Dienstag, 16. Mai 2017

Liberté toujours – Grundeinkommen auf Französisch

Die Schweizer Volksabstimmung über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ist nicht nur für die Schweiz ein großer Schritt gewesen. Sie ist ebenfalls richtungsweisend für die weltweite Auseinandersetzung über die Zukunft der Arbeit geworden. Das «Buch zur Abstimmung» von Daniel Häni und Philip Kovce, «Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungsloses Grundeinkommen die richtigen…

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Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Grundeinkommen.ch, May 16, 2017 at 10:06AM

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Montag, 15. Mai 2017

CH: 100% Sanktionierte nennt «man» jetzt – „Menschen mit knappem Budget“

Thema heute: der Titel sagt alles – in Sachen Kostenübernahme von Notfallbehandlungen, Gutsprachen der Gemeinden im Zusammenhang mit sanktionierten Menschen in der Schweiz.

Aktuelle Korrespondenz
- Rückzug Rechsvorschlag Nr. 9999999 (b26026)
- Stellungnahme Fritz Müller99 (b26027)
- Stellungnahme behandelnde Klinik (b26028)
- Fritz Müller99 fragt bei der Gemeinde Bern nach (b26029)
- Stellungnahme der Gemeinde Bern (b26030, dieses Schreiben)
- Verfügung UNIBe (b26031)
- Meldung/Einsprache Fritz Müller99 (b26032)

Ohne weiteren Kommentar:

Herzlichst


Anita

PS: Wenn Sie diesem Beitrag ein «Like» geben, dann finden sie nicht den Vorgang der „Ausgrenzung“ und die „(Behörden-) Willkür“ gut, sondern dass Menschen die Erinnerung an die stigmatisierten Opfer einer asozialen Politik wach halten.

++ EwuS•wngi ++

(Ein weiteres unnötiges Schreiben, welches nicht gemeinschaftsdienlich ist)

#tapschweiz #‎agenda2010leaks‬ #bgetweet http://twitter.com/tapschweiz
Permalink b26030

Absender (g__@bern.ch)
Einwohnergemeinde Bern


Empfänger (fritz.mueller99@nirgendwo.ch)
Fritz Müller99
Nirgendwostrasse 99
CH-9999 Bern, BE

Als Beweismittel per Mail an
Cc: s____@justice.be.ch; l____@jgk.be.ch; m___@justice.be.ch; g____@justice.be.ch, Pressestellen und Politiker in der Schweiz


Bern, 03. März 2017



Wir haben kein aktives Sozialhilfedossier

Sehr geehrter Herr Fritz Müller99

Der Sozialdienst übernimmt Zahnarztkosten lediglich bei Personen, die ein aktives Sozialhilfedossier haben.

Für Personen, die ein knappes Budget haben, in der Stadt Bern wohnen und ihre Zahnarztkosten nicht selber zahlen können, gibt es extra einen Fonds. Sie haben die Möglichkeit, dort ein Gesuch um Übernahme Ihrer Zahnarztkosten zu stellen:

Ziegler Fonds der Stadt Bern
Direktionsfinanzdienst
Frau X___
Predigergasse 5, Postfach 275
3000 Bern7

Nachzulesen unter » tapschweiz.blogspot.ch/2017/05/b26030.html (anonymisiert)

Freundliche Grüsse
G___
--
Sozialdienst Stadt Bern
Schwarztorstrasse 71
3007 Bern

Telefon +41 031 321 60 25
www.bern.ch


Weg mit #agenda2010 und #tapschweiz

Quelle: via @TAP Schweiz, May 15, 2017 at 09:00PM

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Grundeinkommen Abstimmungs-Plakat gewinnt ADC Global Award

Demian Conrad gewinnt mit der Plakatgestaltung für die Schweizer «Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen» die älteste und renommierteste Auszeichnung für Design des «Art Directors Club» in der 97. Auflage. Der Preis wurde am Montag, 8. Mai 2017, bei der «Annual Awards Gala» in New York City vergeben. Die Verleihung fand während der «One Club for…

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Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Grundeinkommen.ch, May 15, 2017 at 01:27PM

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Samstag, 13. Mai 2017

Politik hat ein böses Gesicht! „Systemfehler Kinderarmut!“

„Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit“.

Gefährdetes Kindeswohl

Studie: Bundesregierung mitverantwortlich für wachsende Armut der Jüngsten. Parlamentarische und gesellschaftliche Initiativen dringend notwendig

Von Susan Bonath

Kein Kino, kein Fahrrad, nie eine Urlaubsreise:

In Deutschland wächst die Kinderarmut. Seit Jahren kommen Forscher zu diesem Resultat. Zuletzt warnte im April das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung des DGB: Ein Fünftel der Minderjährigen lebt inzwischen auf dem Niveau der Grundsicherung. »Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Welt kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist direkte Folge politischer Entscheidungen«, resümiert nun Michael Klundt von der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Der Sozial- und Geschichtsforscher hat im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung Ursachen des gesellschaftlichen Desasters analysiert. Am Donnerstag stellte er seine Studie unter dem Titel »Ene, mene, muh, und raus bist du? Kinderarmut und Reichtum in Deutschland« gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke Dietmar Bartsch und Dagmar Enkelmann in Berlin vor. Ziel sei es, Empfehlungen zur Bekämpfung der wachsenden Kinderarmut auf bundes-, landes- und kommunalpolitischer Ebene zu erarbeiten, erklärte er.

Zwar erlitten Kinder in der Bundesrepublik kaum absolutes Elend oder bedrohlichen Hunger, so Klundt. Verglichen mit dem durchschnittlichen Lebensstandard seien die Betroffenen jedoch mit großen Entbehrungen konfrontiert, würden benachteiligt und ausgegrenzt. »Lebensqualität, Bildung, Gesundheit und Zukunftschancen sind durch das Aufwachsen in Armut massiv beeinflusst«, konstatierte der Autor.

Er formulierte es drastisch: Es handele sich um eine »politisch motivierte Kindeswohlgefährdung«, die »das Recht junger Menschen auf Förderung ihrer Entwicklung und Erziehung zu eigenverantwortlichen, sozialen Persönlichkeiten behindert«. Die Bundesregierung beschönige die Situation und sehe tatenlos zu, rügte er. Sie forciere etwa, dass die zunehmende Ungleichheit als »natürliche Folge der digitalen Revolution« hingenommen werden müsse. Die wahre Ursache verschweige sie: sich verschärfende Widersprüche innerhalb des Wirtschaftssystems. Wenn eine kleine Gesellschaftsschicht immer reicher wird, sei es eine logische Folge, dass für Ärmere immer weniger bleibt, so Klundt weiter.

Die Abwärtsspirale für einen wachsenden Teil der Gesellschaft habe die Politik mit der »Agenda 2010« stark befördert, betonte der Studienautor. »Eltern sollen durch zu niedrige Hartz-IV-Sätze und harte Sanktionen dazu gezwungen werden, jede Arbeit anzunehmen, auch wenn sie von diesem Einkommen sich und ihre Familie nicht einmal ernähren können.« Tatsache ist, dass ein Drittel aller Leistungskürzungen Eltern mit Kindern betreffen. Das sind monatlich etwa 45.000 Familien.

Hinzu kommt laut Klundt eine regelrechte politische und mediale Stimmungsmache gegen arme Menschen. Da würden zum Beispiel Rentner gegen die junge Generation ausgespielt und Jugendliche aus reicheren Familien für die neoliberale Ideologie instrumentalisiert. Armen Müttern und Vätern werde hingegen Versagen angelastet. »Das sind inszenierte Generationenkämpfe«, so Klundt. Betroffene Kinder erlebten, wie ihre gesamte Familie abgewertet wird. »Das verunmöglicht ein positives Leben.«

Der Wissenschaftler fordert die Regierenden zu raschen Maßnahmen auf. Sie müssten die Wirtschaft stärker kontrollieren, den Arbeitsmarkt regulieren, Mindestlohn, Rentenniveau und Grundsicherung spürbar anheben. Das Hartz-IV-Sanktionsregime sei schnellstens zu beenden. Zudem müsse die Politik öffentliche Daseinsvorsorge in staatliche Hand zurückholen und ein Recht auf Wohnen, Bildung, Mobilität und Kultur für alle festschreiben und umsetzen. Dafür komme sie nicht darum herum, finanzstarke Unternehmer und Reiche zur Kasse zu bitten sowie Steuerschlupflöcher zu stopfen. »Millionäre und Milliardäre sind angemessen an der Finanzierung des Gemeinwohls zu beteiligen«, fordert er.

Doch auch der politischen Linken verlangt der Sozialforscher mehr ab, als sie bisher leistet. Sie müsse ihre Aufgabe, eine gesellschaftliche Gegenmacht zu organisieren, ernst nehmen, mahnt er. Es gehe darum, »sich parlamentarisch und außerparlamentarisch mit mächtigen Interessengruppen anzulegen«.

quelle https://www.jungewelt.de/artikel/310537.gefährdetes-kindeswohl.html

foto aufgelesen http://www.ekir.de/www/ueber-uns/kinderarmut-dringend-bekaempfen-10266.php

links zum Thema – aktuell

12.05.2017: Systemfehler Kinderarmut (neues-deutschland.de)

Arme Kinder, reiches Land

Kinderarmut und Reichtum in Deutschland – Rosa-Luxemburg-Stiftung

Kinderarmut in Deutschland: Wenn die Not zum Alltag gehört – BR.de

Kinderarmut: So leben Familien mit Hartz IV | 45 Min | NDR Doku …

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=kinderarmut

 

Bettina Wegner – Kinder „Darf man niemals quälen, geh`n kaputt dabei!“

YouTube  pielo84


Einsortiert unter:AGENDA 2010, AKTUELLES, Deutschland, Schwerpunkt Tagged: KINDERARMUT

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Mantovan, May 13, 2017 at 10:34AM

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Freitag, 12. Mai 2017

Polizei schnappt mutmaßlichen Brandstifter

Die Polizei hat in Niedersachsen einen Mann verhaftet, der in St. Georg den Schlafsack eines Obdachlosen angezündet haben soll. Hass auf Obdachlose schließt die Polizei als Motiv aus. Erfolg für die Fahnder der Hamburger Polizei: Sie haben am Mittwoch einen Mann in der Nähe des niedersächsischen Salzgitter verhaftet, der am 13. April den Schlafsack eines Obdachlosen im Hamburger […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 12, 2017 at 01:18PM

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Einladung zur Verkäuferversammlung

Zum ersten mal findet am 30. Mai bei Hinz&Kunzt eine Verkäuferversammlung statt. Wer Ideen, Kritik oder Fragen hat, ist herzlich eingeladen. Ihr wollt eure Situation als Verkäufer verbessern? Dann kommt zu unserer ersten Verkäuferversammlung! Am Dienstag den 30. Mai von 11 bis 13 Uhr im Vertriebsraum von Hinz&Kunzt. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 12, 2017 at 09:59AM

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Donnerstag, 11. Mai 2017

Keine zusätzliche Unterkunft für Obdachlose

Innensenator Grote hat Stellung bezogen: Obdachlose hätten kaum Einschränkungen während des G20-Gipfels zu befürchten. Deswegen sei keine neue Unterkunft geplant. Fahrlässig, findet Hinz&Kunzt. Die Stadt will zum G20-Gipfel keine zusätzliche Unterkunft für Obdachlose eröffnen. Das hat Innensenator Andy Grote (SPD) am Mittwoch in der Bürgerschaft erklärt. Grotes Einschätzung zu Folge werde es keinen zusätzlichen Bedarf für Übernachtungsplätze […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 11, 2017 at 01:15PM

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Teilerfolg im Kleingartenprotest

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/en/node/212017

„Wenn die Stadt Hannover beschließt Kleingärten platt zu machen, dann ist das traurig. Aber wir können daran doch sowieso nichts ändern.“

So oder so ähnlich haben viele reagiert, als sie von dem „Kleingartenkonzept“ der Stadt erfuhren. Nun, nach monatelangem Protest von uns, organisiert im Aktionsbündnis gegen Kleingartenzerstörung, gibt es einen ersten Teilerfolg…

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Kundgebung vor dem Bezirksverband der Kleingärtner Hannover

Aber erst mal, was ist eigentlich dieses „Kleingartenkonzept“?

In Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband (Generalpächter der Vereinsgärten) plant die Stadt Hannover auf Grundlage dieses Konzepts 1000 Kleingärten platt zu machen und hunderte Gärten zu teilen, um Ersatzgärten zu schaffen. Auf den versiegelten Flächen sollen dann überwiegend hochpreisige Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gebaut werden.

 

Noch bevor das Konzept öffentlich wurde, wurden bereits die ersten Kleingärten für die VSM (Vereinigte Schmirgel- und Maschinen Fabriken AG) platt gemacht. Aktuell wird das zweite Kleingartengebiet in Angriff genommen. 15 Pächter*Innen der Kolonie Rosengrund im Kleingartenverein Langefeld wurde Ende 2017 gekündigt.

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Die Pächter*Innen im dritten Gebiet am Vinnhorster Weg sollten die Kündigungen laut Plan eigentlich im Februar 2018 bekommen. Dies sei nun kein Thema mehr, so Rechtsanwalr Hildebrandt vom Bezirksverband in der lokalen Presse. Die Lage wäre noch eine andere als vor ein paar Jahren, als es noch mehr Leerstände gegeben hätte. Der Anwalt fordert eine Umwidmung der Gelder im Kleingartenkonzept u.a. für die Schaffung weiterer Gärten.

 

Auf einmal! Eine absolute Kehrtwende im Vergleich zu dem, was vorher immer gesagt wurde. Auch bei der Stadtverwaltung lässt sich eine gewisse Vorsicht erkennen, wenn es darum geht den Vinnhorster Weg zu bebauen. Denn dort ist der Widerstand am besten organisiert. Deswegen spielt die Stadt auf Zeit und will die Gärten zunächst anschauen, bevor sie Kündigungen vorantreiben. Alles Zeichen dafür, dass unser Protest bereits Spuren hinterlässt, die nicht mehr von den Herrschenden ignoriert werden können. So feiern wir den ersten Teilerfolg unseres Kampfes: Die Kündigung unserer Kleingärten wurde verschoben. Ein klarer Beweis dafür, dass es was bringt gegen (Bau-)Vorhaben der Stadt zu protestieren!

Demo im September 2016

Demo im September 2016

Das gibt uns Kraft für den weiteren Protest. Und unser Protest wird so lange dauern bis das gesamte Kleingartenzerstörungskonzept verworfen wird! Die Chancen stehen gar nicht schlecht für uns, wenn wir an das, was wir aufgebaut haben anknüpfen und das, was uns bis jetzt noch gebremst hat überwinden.

 

Ein großer Bremsfaktor sind die ganzen Vorschriften, Gesetze und Verbote. Gute Ideen werden dadurch im Keim erstickt. So wurde unsere Demo letztes Jahr von der Stadt in die Seitengassen verbannt. Bei den Sitzungen im Rathaus dürfen wir uns nicht artikulieren, Banner zeigen oder Ähnliches. Wir müssten auch viel Aufwand betreiben, um alle Vorschriften bei einem Solidaritätsfest zu erfüllen.

Was ist die Alternative?

Der Ungehorsam. Warum sollten wir uns schon an die Vorschriften von denen halten, die uns verdrängen und die Natur zerstören wollen? Wir sollten uns nicht vorschreiben lassen wie wir protestieren. Dann können wir eigene Ängste überwinden und Ideen konsequent in die Tat umsetzen. Eine solch selbstbewusste Herangehensweise würde enormen Schwung in die Sache bringen und den Protest beschleunigen.

K1024_Grüne Oasen statt Betonwüste

Zweiter großer Bremsfaktor sind die traditionellen Vereinsstrukturen. Anstatt, dass Pächter*Innen gemeinsam über die Gestaltung ihrer Kleingärten entscheiden, werden Vorstände gewählt, die dann über alles bestimmen:

– wer Gärten pachten darf und wer nicht (in der Regel werden männliche Pächter erwartet)

– was mit dem Vereinsgeld passiert (häufig verschwindet es in den eigenen Taschen)

– was bei den Gemeinschaftsarbeiten gemacht werden soll

Zudem kontrollieren sie die Einhaltung von Kleingartenvorschriften und können Pächter*Innen bei Nicht-Einhaltung kündigen.

Vorstand zu sein heißt also Macht zu haben. Es wird Zeit diese zurückgebliebenen Strukturen aufzubrechen und mit den anderen Pächter*Innen gemeinsam über den Alltag im Kleingarten zu diskutieren.

 

Dritter Bremsfaktor sind die Verhandlungen mit Vertretern der Stadt. Das hat bereits in der Vergangenheit dazu geführt, dass Aktionen auf den Zeitraum nach der nächsten Verhandlung geschoben wurde. So nach dem Motto: „Wir warten erstmal ab, was kommt, bevor wir die Verhandlungsbereitschaft z.B. durch eine Demo von uns gefährden.“ Eine gefährliche Haltung, denn nach diesem Motto hätte die Stadt uns voll und ganz in ihrer Hand. Sie könnte uns mit ein paar netten Worten und Hinhaltetaktiken ganz einfach abspeisen und das Konzept dann umsetzen, wenn die meisten resigniert aufgeben haben, weil sie keine Lust mehr haben zu protestierengartenzwerg.

 

Anstattdessen können wir aus den Erfahrungen anderer Kämpfe lernen. Z.B. haben die Flüchtlinge vom Protestcamp am Weißekreutzplatz in Hannover regelmäßige Verhandlungen mit der Polizei durchgeführt und sich an alle Vorgaben gehalten. Dennoch wurden sie am Ende von der Polizei brutal geräumt. Bei Stuttgart 21, wurde nach etlichen runden Tischen ein Kompromiss ausgehandelt (mit Teilen der Protestbewegung, die Parkschützer hatten die Verhandlungen bereits zu Beginn als Farce entlarvt und verlassen), der dann aber nicht in die Praxis umgesetzt wurde. Natürlich können Verhandlungen mit dem nötigen Druckmittel zum Erfolg führen, wie zahlreiche Legalisierungen von besetzten Häusern zeigen. Entscheidend dafür, ist es ein Druckmittel zu haben und sich nicht von den Integrationsversuchen der Herrschenden blenden zu lassen. So funktioniert dann auch ein erfolgreicher Streik: erst nachdem für die Firma ein wirtschaftlicher Schaden durch Arbeitsniederlegung oder/und Sabotage entstanden ist, sind die Chef‘s bereit sich mit den Forderungen der Arbeitenden auseinanderzusetzen. Je höher der Druck ist, umso höher fallen tendenziell die folgenden Lohnabschlüsse aus. Das selbe gilt auch bei unserem Kampf: mehr Druck von uns erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Forderungen (Erhalt der Kleingärten und bezahlbarer Wohnraum für alle) erfolgreich durchsetzen können.

 

Dabei können wir auf die bestehende, Vernetzung zurückgreifen und diese weiter ausbauen. Wir können auch auf unsere inhaltliche Arbeit aufbauen, den Blick über den Tellerrand hinaus wagen und die Gesamtstrukturen hinterfragen, die solch ein zerstörerisches Konzept hervorbringen.

Logo mit Schriftzug

Logo des Bündnisses




Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @KritischerKommilitone, May 11, 2017 at 03:35AM

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Mittwoch, 10. Mai 2017

Grundeinkommen – die Sehsucht in Österreich steigt

(Der Österreicher Filmemacher Christian Tod über den Dächern von Linz. Fotografiert von Wolfgang Lehner) Anlässlich der ORF-Talksendung STÖCKL und der Filmpremieren von Free Lunch Society in Wien und Linz weilte ich für vier Tage in Österreich. Mein Eindruck: in Österreich reift eine Sehsucht nach einer breiten Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen. Das wurde in der Fernsehsendung,…

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Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Grundeinkommen.ch, May 10, 2017 at 08:30PM

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Bahn räumt Obdachlose aus ihren Hütten

Nach mehreren Monaten hat die Bahn 30 Obdachlose vertrieben, die an einer Gleisanlage nahe der Amsinckstraße ein Lager errichtet hatten. Gegen sie laufen nun Verfahren wegen Hausfriedensbruchs. Schon seit dem vergangenen Sommer lebten die Obdachlosen auf der Bahnanlage nahe der Elbbrücken, bislang geduldet von der Bahn. Neben den Gleisen hatten sie sich versteckt im Gebüsch provisorische Hütten errichtet. […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 10, 2017 at 03:05PM

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Sozialverband fordert „menschenwürdigen Umgang“

Der Umgang mit Obdachlosen während des G20-Gipfels ist am Mittwoch Thema in der Bürgerschaft. Aus diesem Anlass fordert der Sozialverband „adäquate Unterkünfte“ für Obdachlose, die ihre Platten räumen müssen. Der Sozialverband Deutschland hat die Stadt aufgefordert, während des G20-Gipfels mit Obdachlosen menschenwürdig umzugehen. Er gehe davon aus, dass Wohnungslose auch während des Gipfels nicht aus […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 10, 2017 at 11:46AM

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Dienstag, 9. Mai 2017

Vom Desaster zum (Rap-)Star

Sexismus, Gewaltverherrlichung, Drogen: Straßenrap hat es nicht leicht. Um das Musikgenre besser zu verstehen, hat sich Hinz&Kunzt mit dem Straßenrapper Disarstar (23) aus St. Pauli getroffen. Am Dienstag tritt er im Uebel&Gefährlich auf. „Du hast nicht den Hauch einer Idee, wie viel Scheiße ich erlebt hab’“ heißt es in einem von Disarstars neuen Songs. Der […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 09, 2017 at 02:11PM

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Montag, 8. Mai 2017

Jobwunder? Das böse Zauberwort heißt – Ausbeutung!

zur Erinnerung

Jobwunder dank verschärfter Ausbeutung

Billigjobs und Sanktionen ermöglichen sogenanntes Jobwunder

Im April 2017 gab es offiziell 2,569 Millionen Arbeitslose. Das ist die niedrigste Zahl in einem April seit 1991, und das sind 175.000 weniger als im Jahr zuvor, außerdem 93.000 weniger als im März. Offiziell gibt es jetzt noch 5,8 % Arbeitslose. In der Statistik taucht allerdings nicht auf, dass dieses „Jobwunder“ auch und insbesondere einer „Pizzaboten-Ökonomie“ zu verdanken ist.

Der größte Niedriglohnsektor Europas
Deutschland, eines der reichsten Länder der Welt, hat dank den „Reformen“ der Regierung unter Gerhard Schröder, die die Merkel-Regierung nahtlos übernahm, den größten Niedriglohnsektor Europas.

Selbst der Mindestlohn reicht oftmals nicht, um die Existenz zu sichern. Unsichere Arbeitsverhältnisse, miserable Bezahlung, die psychische Belastung, immer abrufbar zu sein, machen den Lohnabhängigen zu schaffen.

Psychische Störungen
Psychische Störungen als Folge von Erfolgsdruck grassieren inzwischen auch unter Schülern – bis in die 1990er Jahre waren sie vor allem in Hochleistungsbranchen bekannt.

Dazu gehörten das klassische Burnout-Syndrom ebenso wie ADHS, affektive Störungen, Angststörungen oder die Volkskrankheit Depression.

Unterwandern des Mindestlohns
Arbeitgeber finden immer neue Möglichkeiten, den Mindestlohn zu unterwandern, sei es, indem sie das Urlaubsgeld streichen, Trinkgelder als Gehalt verrechnen, die Arbeitszeit reduzieren, aber die gleiche Leistung erwarten, echte Arbeit als Praktika verrechnen, Überstunden nicht bezahlen, Mitarbeiter als Scheinselbstständige bezahlen oder Zeitvorgaben so kurz bemessen, dass die reale Arbeitszeit nicht als Arbeitszeit berechnet wird.

An der Universität zum Beispiel ist es ein offenes Geheimnis, dass eine halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter Vollzeit bedeutet – sonst sind die Betroffenen raus aus dem Geschäft.

Hartz IV Aufstocker
Sehr viele Menschen müssen ihren kargen Lohn mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken, weil sie von ihrer Arbeit nicht leben können. Die Betroffenen sind den Schikanen des Hartz-IV-Apparates genau so ausgeliefert wie Erwerbslose: Auch für sie gilt de facto das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschlands nicht. (Dr. Utz Anhalt)

quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/jobwunder-dank-verschaerfter-ausbeutung.php

empfehle Hartz IV – ALG II » Hartz IV News

Fotomontage  nachdenkseiten

hier gehst zum beitrag –> http://www.nachdenkseiten.de/?p=14462

zb in diesem Sinne – arbeitssklaven! so weit das auge schaut! 

–>https://www.youtube.com/watch?v=BFaSH-2dOBA

 


Einsortiert unter:AGENDA 2010, AKTUELLES, Deutschland, Schwerpunkt Tagged: ausbeutung, Jobwunder, lohndumping, NIEDRIGLOHNSEKTOR

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Quelle: via @Mantovan, May 08, 2017 at 10:28AM

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Spar-Tipps für Hartz 4 Bezieher

Hartz 4 Bezieher sollen sparen

Wer auf Hartz 4 angewiesen ist, muss seine Lebensweise umstellen. Er muss sparen. Einfach gesagt. Wir fassen nachfolgend einige Tipps zusammen, die wir im Web gefunden haben. Ob diese Ratschläge für Sie passen, müssen Sie selbst entscheiden.

Sozialkaufhaus und Tafel

In fast allen Kommunen gibt es die sogenannte Tafel. Das ist ein von einem Verein betriebenes Kaufhaus, das zu bestimmten Zeiten Lebensmittel zu sehr günstigen Preise an Hartz 4 Bezieher abgibt. Diese Lebensmittel erhalten die Tafeln oft als Spende von Supermärkten, weil das Haltbarkeitsdatum (fast) abgelaufen ist.  Daneben gibt es Sozialkaufhäuser, die ebenfalls von gemeinnützigen oder kirchlichen Vereinen betrieben werden, etwa der Caritas. Dort kann man gebrauchte Möbel, Bekleidung und andere Gebrauchsgegenstände preiswert erstehen.

Diskounter

Sicherlich ein Versehen.

Selbstverständlich ist auch der Einkauf in einem Diskounter eine Möglichkeit, preisgünstig einzukaufen. Nicht so gängige Waren werden dort oftmals auch verbilligt angeboten. Doch sollte man ein wachsames Auge haben, wie anliegendes Foto nahelegt: -)

Und: so preiswert wie früher, ist es dort heute schon lange nicht mehr.

Sonderangebote sollte man generell nur nutzen, wenn man den Gegenstand braucht, nicht, weil er billig ist.

Man sollte zudem antizyklisch einkaufen, also Schlussverkäufe nutzen. Das heißt, man sollte sich schon im ausgehenden Winter für den nächsten Winter eindecken. Gleiches gilt für den Sommerschlussverkauf.

Besser einmal in die Hocke gehen. Teure Produkte werden meist oben rechts auf Augenhöhe im Regal platziert, günstige Marken in den unteren Regalen.

Duschen statt Baden

Dass ein Vollbad weit mehr kostet als eine kurze Dusche ist vielen Menschen nicht bekannt – oder doch? Jedenfalls erfüllt eine Dusche hinsichtlich der Körperhygiene den gleichen Zweck wie ein Vollbad.

Wasser kann man auch bei der Toilettenspülung sparen, indem man die Stopp-Taste nutzt, wenn es um das kleine Geschäft geht.  Wird das Geschirr von der Hand gespült, so sollte man den Wasserhahn nicht auf großer Stärke laufen lassen; ein Wasserfall spült nicht sauberer als ein klarer Bach.

Energie sparen

Standby ist ein No-Go. Schalten Sie die Elektrogeräte komplett aus, wenn Sie sie nicht nutzen.  Das lässt sich bei mehreren zusammenhängenden Geräten vereinfachen, indem man sich eine Steckdosenleiste mit Schalter zulegt.

Und: schalten Sie das Licht aus, sobald sie ein Zimmer verlassen. Das ist mit einer kleinen Armbewegung möglich.

Der Beitrag Spar-Tipps für Hartz 4 Bezieher erschien zuerst auf Sozialhilfe24.



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Quelle: via @Sozialhilfe24.de, May 08, 2017 at 09:57AM

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Freitag, 5. Mai 2017

Obdachlose sollen doch Unterkünfte bekommen

Die Sozialbehörde plant nun doch, die Obdachlosen unterzubringen, die aus Sicherheitsgründen während des G20-Gipfels ihren Schlafplatz räumen müssen. Das hatten Hinz&Kunzt und Diakonie gefordert. Es gibt Hoffnung für die Obdachlosen, die eine Vertreibung von ihren angestammten Schlafplätzen durch die Sicherheitsvorkehrungen anlässlich des G20-Gipfels befürchten. „Diejenigen, die davon direkt betroffen sind, werden wir unterbringen“, verspricht Behördensprecher Marcel […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 05, 2017 at 02:52PM

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Ein schräger Vogel für Hinz&Kunzt

Lange träumten wir bei Hinz&Kunzt von einem Maskottchen. Wir dachten dabei an einen knuffigen Hund. Dank Verkäufer Marcel und dem Hamburger Regisseur und Puppenbauer Sven Knüppel kam alles anders: Nun haben wir einen noch namenlosen Dodo. Ziemlich euphorisiert stand vor einigen Wochen Verkäufer Marcel bei uns im Büro. Er habe da einen Kunden, der ziemlich […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 05, 2017 at 12:31PM

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Donnerstag, 4. Mai 2017

Das radelnde Rotkäppchen

Einfach mal raus aus dem Alltag, mit wenig Gepäck und viel Zeit unterwegs zu sich selbst sein – Ina Rosentreter macht einen Traum wahr. Mit dem Fahrrad wird die Hamburgerin vom Nordkap bis nach Gibraltar fahren und dabei Spenden für Hinz&Kunzt sammeln. Reisen ist ihr Ding, sagt Ina Rosentreter. „Ich war viel im Ausland, habe […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 04, 2017 at 03:59PM

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Dienstag, 2. Mai 2017

Annegrethe Stoltenberg wird Ombudsfrau

Der Hamburger Senat setzt eine zentrale Forderung der Flüchtlingsinitiativen um und richtet eine Ombudsstelle ein. Als Ombudsfrau wurde die ehemalige Landespastorin und Hinz&Kunzt-Herausgeberin Annegrethe Stoltenberg gewonnen. In Hamburg gibt es künftig eine unabhängige Anlaufstelle für Beschwerden von Flüchtlingen, freiwilligen Helfern und Mitarbeitern in den Flüchtlingsunterkünften. Flüchtlingsinitiativen hatten vielfach solch eine vermittelnde Instanz eingefordert. Jetzt verständigte […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 02, 2017 at 04:04PM

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G20: Gebt Obdachlosen sichere Unterkünfte!

Wenn zum G20-Gipfel die Stadt zur Sicherheitszone wird, rechnen wir damit, dass viele Obdachlose von ihren Platten vertrieben werden. Deswegen fordert Hinz&Kunzt gemeinsam mit der Diakonie: Gebt ihnen sichere Unterkünfte! Schon Wochen vor dem Gipfeltreffen im Juli werden in der Hamburger Innenstadt Obdachlose vertrieben, wohl aus Sicherheitsgründen. Eine Alternative bekommen sie nicht angeboten. Das geht so nicht, […]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, May 02, 2017 at 02:22PM

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Freitag, 28. April 2017

Wir werden einmal darüber lachen, Arbeit müsse bezahlt werden

dm-Gründer Götz Werner über Arbeitsglück und Unternehmensethik – Thema 05/17 Arbeitsglück

trailer: Herr Professor Werner, Sie stehen für einen betont unautoritären Führungsstil im Unternehmen und plädieren außerdem für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Was muss passieren, damit Arbeit nicht nur Geld, sondern auch innere Zufriedenheit oder sogar Glück bringt?
Götz Werner: Wenn Menschen in ihrer Arbeit über sich selbst hinauswachsen können, macht sie das glücklich. Wenn man sagen kann: Mensch, heute habe ich etwas geschafft, das hatte ich mir nicht zugetraut. Zum Beispiel: Heute waren so viele Kunden im Laden und ich bin überhaupt nicht nervös geworden, habe das souverän gemeistert, mit meinen Kollegen zusammen.

Als Unternehmer muss man Rahmenbedingungen schaffen, dass die Mitarbeiter für diejenigen arbeiten, für die sie tatsächlich arbeiten: für die Kunden. Nicht, weil ein Chef es anordnet oder weil der Vorgesetzte so ein tolles Vorbild ist oder weil er eine Riesenprämie verspricht, sondern weil sie den Sinn ihrer Arbeit in der Aufgabe selbst entdecken. Es ist eine Bewusstseinsfrage. Wenn das, was man tut, extrinsisch, also von außen motiviert ist, ist es Maloche, wie man im Ruhrgebiet sagt. Wenn die Arbeit intrinsisch motiviert ist, also die Einsicht dahinter steht, dass man es nicht nur für sich selbst tut, sondern für die ganze Welt, dann ist das eben keine Maloche mehr, sondern Lebenssinn.

Die eine Säule für Arbeitsglück ist also Sinnstiftung. Die zweite Säule ist, dass die Arbeit wertgeschätzt wird. Es gibt keine Drecksarbeit, sondern es gibt nur Arbeit, die wertgeschätzt wird, und solche, die nicht wertgeschätzt wird.

Apropos Wertschätzung: Welche Änderungen sind in den deutschen Chefetagen dringend notwendig?

Man kann immer noch so neofeudalistische Verhaltensweisen beobachten. Richtig wäre, dass man den anderen Menschen, und mag es auch der Geringste sein, wie es in der Bibel heißt, genauso wertschätzt und ihm auf Augenhöhe begegnet. Und dass man nicht meint, die da oben sind die Schlauen und die da unten die Dummen, die oben denken und die unten arbeiten. So ein Verhalten führt nicht dazu, dass die Mitarbeiter sagen, jawohl, hier bin ich Mensch, hier steige ich ein. Ich versuche das seit vielen Jahren deutlich zu machen: Die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist ein fataler Grundirrtum. Beides ist Lebenszeit. Wir haben in Deutschland bei dm 40.000 Kolleginnen und Kollegen, und als Unternehmer geht man mit der Lebenszeit der Kolleginnen und Kollegen um. Dieses Bewusstsein muss man haben. Dadurch hat man nicht weniger Mut, aber mehr Demut.

Wir alle geben der Arbeit eine immense Bedeutung. Wenn ich mich aber über meine Arbeit nicht definieren kann, worüber definiere ich mich dann?
Dann müssen Sie sich eine andere Arbeit suchen.

Ist es richtig, dass die reguläre Erwerbsarbeit gesellschaftlich mehr geachtet ist als das, was Menschen an nicht bezahlter Arbeit leisten, von Kindererziehung über soziales Ehrenamt bis Sportverein?
Stellen Sie sich mal unsere Gesellschaft ohne ehrenamtlich Tätige vor. Was wäre das für eine Gesellschaft? Da würde kein Mensch leben wollen. Man hat sich so daran gewöhnt, die Lohnarbeit in den Vordergrund zu stellen, aber schaut man in die Statistiken, werden ja viel mehr, ungefähr zweieinhalb mal so viel, ehrenamtliche Arbeitsstunden in der Gesellschaft geleistet. Und dabei sind wir dann aber bereit, viel mehr zu zahlen für die Wartung unserer Autos, als für die Betreuung unserer Kinder in den Kindergärten, und die Pflege unserer Eltern im Altersheim. Das könnten wir auch anders machen, wenn wir wollen.

Wie schafft man eine Veränderung solcher gesamtgesellschaftlichen Werten und Normen?
Indem man in den Gesellschaftsdiskurs geht und dadurch zu anderen Wertvorstellungen kommt. Vor hundert Jahren haben Zeitungen noch geschrieben, Frauen dürften nicht wählen, weil sie nicht denken könnten. Wie urteilen wir heute darüber? Wir wollen noch nicht einmal mehr darüber lachen. So ändern sich die Dinge. Und so wird sich die Einstellung zur Arbeit auch ändern. Wir werden einmal darüber lachen, dass wir gedacht haben, Arbeit müsse bezahlt werden. Sie können die Arbeit durch eine Bezahlung immer nur ermöglichen. Die Arbeit selbst ist gar nicht bezahlbar. Erst einmal müssen Sie möglich machen, dass jemand überhaupt die Zeit aufwenden kann, um zu arbeiten. Und schon sind Sie beim bedingungslosen Grundeinkommen. Ein Mensch, der in unserer Gesellschaft lebt, muss ein Einkommen haben, damit er leben kann. Wenn Sie kein Einkommen hätten, könnten Sie es sich gar nicht leisten, mit mir ein Interview zu führen. Sie brauchen das Einkommen, um arbeiten zu können. Aber so denken wir im Allgemeinen nicht. Wir denken, wir bekommen das Einkommen, weil wir arbeiten. Wir denken heute verkehrt herum. Deshalb brauchen wir eine kopernikanische Bewusstseinsdenkwende.

Was motiviert Sie dazu, für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu streiten, so wie Sie es in Ihrem gerade erst erschienenen Buch tun, „Sonst knallt‘s!, Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“, geschrieben zusammen mit Marc Friedrich und Matthias Weik?
Denken Sie an den Leitspruch der Aufklärungsbewegung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Durch das bedingungslose Grundeinkommen wird dies erfüllt. Bekomme ich jeden Monat ein Grundeinkommen, bildet dies einen kleinen Freiheitsraum, in dem ich bescheiden, aber menschenwürdig leben kann. Ab diesem Moment bin ich nicht mehr abhängig von anderen. Weder von meinem Vorgesetzten noch von meinem Partner. Ich kann immer sagen: Das klappt mit uns nicht, ich mache etwas anderes. Und die Brüderlichkeit, heute sagt man Geschwisterlichkeit, wäre dadurch real geworden. Das heißt ja nichts anderes als: Sie haben den gleichen Anspruch auf ein Grundeinkommen wie ich. So einfach ist das.

Ökonomisch gedacht: Wieso braucht es zudem eine Änderung bei der Versteuerung?
In unserem heutigen Steuersystem besteuern wir das Einkommen und damit den Leistungsbeitrag. Das ist ein großer Fehler. Diese Art von Versteuerung kommt noch aus der Selbstversorgungszeit, als der Bauer den Zehnt abgab von seiner Ernte. Damals haben die Menschen von ihrer eigenen Produktion gelebt. Und heute leben wir von der ganzen Welt. Die ganze Welt versorgt uns, wir versorgen die ganze Welt. Das ist neu. Und es heißt, dass wir heute immer für andere leisten, nie für uns selbst. Und die ganzen finanziellen Aufwendungen, die wir haben, kommen daher, dass wir konsumieren. Somit dürfen wir nicht den Leistungsbeitrag besteuern, sondern müssen die Leistungsentnahme besteuern. Nicht die ersten 300 Liter Wasser, die man zum Leben braucht sollten die teuersten sein, und die letzten 100 Liter die billigsten, sondern umgekehrt – die ersten 300 Liter sind lebensnotwendig, die letzten 100 Liter, die man vielleicht in den Swimmingpool laufen lässt, sollten die teuersten sein. Wenn Sie in die Welt schauen, dann wird alles im Dutzend immer billiger, obwohl immer mehr Ressourcen verbraucht werden. Wir müssten eigentlich an den Punkt kommen, je mehr Umwelt man verbraucht, also die Umwelt belastet, desto teurer müsste es werden.

Ihre Argumente für das bedingungslose Grundeinkommen basieren auf einem unglaublich positiven Menschenbild: Der Mensch will sich produktiv entwickeln, hat genug eigene Motivation, um sein Grundeinkommen als Basis zu nutzen und sich dazu weitere sinnvolle Tätigkeiten selbst zu schaffen, Selbstentfaltung geht vor Profitgier. Gleichzeitig wären Sie als Geschäftsmann nicht derart erfolgreich gewesen ohne eine prinzipielle Profitorientierung, ohne die Expansion in immer mehr Filialen, und ohne das Streben nach Umsatzsteigerung…
Statt Profit sagen Sie einfach mal, dass wir etwas zustande gebracht haben für alle. Es geht nicht um den Profit für den Einzelnen, sondern um den Profit für die Gemeinschaft. Indem die Arbeitsgemeinschaft etwas umsetzt, und die Kunden dann sagen: Wir sind froh, dass hier ein dm-drogerie markt ist. Es geht um Profit im umgekehrten Sinne: um den gemeinsamen Nutzen.

Sie nehmen die Stichworte, die ich Ihnen gebe, auch die kritisch gemeinten, und geben ihnen eine positive Bedeutung. In Ihrem Denken hat jeder Baustein eine andere, bessere Bewertung. Wo bei mir ein Minus ist, steht bei Ihnen ein Plus. Sie müssen ein glücklicher Mensch sein.
Sonst hätte ich nicht so lange ein Unternehmen leiten können. Wir haben in Deutschland 40.000 Mitarbeiter bei dm. Und jeden Tag zwei Millionen Kunden. Stellen Sie sich mal vor, ich wäre der Meinung, jeder Kunde, der zu uns kommt, ist ein potentieller Ladendieb. Wenn man es so sehen würde, müsste man alle Läden schließen.

Sie könnten Ihren Mitarbeitern misstrauen, Ihren Kunden misstrauen, trotzdem Ihr Geschäft öffnen und dann eben auf maximale Ausbeutung setzen. Sie würden möglicherweise in einem gewissen Sinne erfolgreich sein, nur wahrscheinlich sehr unglücklich. Und Ihre Mitarbeiter auch.
Wahrscheinlich nicht so erfolgreich. So eine Negativstimmung befördert nicht die Kreativität.

Mitarbeiterfreundliches, ethisch motiviertes Handeln, verbunden mit wirtschaftlichem Erfolg: Wieso sind Sie damit eine solche Ausnahmeerscheinung in der deutschen Wirtschaft?
Das bin ich gar nicht. Menschen, die erfolgreich sind, machen das in den meisten Fällen intuitiv richtig. Schauen Sie sich doch mal erfolgreiche Unternehmen an, da wird vieles im Prinzip richtig gemacht, aber oft nicht bewusst. Diese Unternehmer geben vielleicht keine Interviews. Bei dm machen wir mehr als nur Zahncreme verkaufen. Das ist es, was Spuren hinterlässt. Das krasse Gegenbeispiel war im Prinzip die Methode Schlecker. An Schlecker habe ich viel gelernt. Aber nicht im positiven Sinne. Genauso darf man es nicht machen.

dm ist ein Wirtschaftsunternehmen, das auch aufgrund seine IT-Anwendungen erfolgreich ist. Die Daten Ihrer Payback-Kunden werden detailliert ausgewertet und in maßgeschneiderte Angebote umgesetzt. Sie selbst sind im Aufsichtsrat von Payback. Haben Sie selbst eine Payback-Karte und geben Ihre Daten preis? Wie passt der gläserne Kunde in Ihr Menschenbild?
Natürlich habe ich selbst eine Payback-Karte. Der Kunde ist ja nicht wirklich gläsern. Wir bekommen dadurch nur Assoziationen, können besser abschätzen, wann sich an welchem Punkt etwas verändern wird. Im Handel gibt es so viele Veränderungen, die man nicht zu früh, aber auch nicht zu spät erkennen muss. Ein Unternehmen ist wie ein Schiff – wenn Sie vorher wissen, dass da ein Riff kommt, können Sie drumherum fahren, damit Sie nicht wie die Titanic enden. Klar ist: Wenn man für Kunden tätig ist, dann muss man die Kunden mögen, an ihnen Interesse haben. Mehr als das: Man muss seine Kunden lieben. Und man sollte sich klar machen, die wichtigsten Kunden sind die eigenen Mitarbeiter. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht überzeugen, können Sie Ihre Kunden auch nicht überzeugen.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie in den Zeitungen lesen, „dm endet bald wie Schlecker“, es gäbe Mobbing-Vorwürfe und man habe in den Filialen systematisch die Betriebsratsarbeit erschwert?
dm ist ein großes Unternehmen. Wie in unserer gesamten Gesellschaft gibt es nichts, was es nicht gibt. So etwas gehört dazu, auch wenn es Tritte vors Schienbein sind. Wenn so etwas kommt, müssen wir korrigieren. Das ist die Aufgabe der Unternehmensleitung. Man muss sich das Ganze aber auch noch ein bisschen genauer und aus anderer Perspektive anschauen. Gehen wir mit dem, was wir machen, mit dem richtigen Bewusstsein um?

Welches Bewusstsein braucht es denn, damit Arbeitsglück für alle möglich ist?
Es ist eine Frage der Gesamtgesellschaft. Eine Frage der Kulturwerte. Nach meinen Vorträgen fragen mich die Zuhörer immer: Herr Werner, wenn Sie das bedingungslose Grundeinkommen einführen, dann arbeitet ja keiner mehr bei dm an der Kasse. Dann sage ich: Gottseidank! Daraufhin fragen die Leute: Was? Wieso? Und ich sage, nun ja, dann sieht man endlich, welche Kollegen wirklich bei uns kassieren wollen. Oder welche dies nur machen wegen des Geldes. Und dann mehr schlecht als recht. Stellen Sie sich mal vor, wir hätten nur Kassiererinnen beim dm-drogerie markt, die das alle wollen. Und nicht müssen.

Aber vielleicht wollen die Kassiererinnen lieber Filialleitung sein…
Ja, das können sie ja werden.

Da kommt dann der Konkurrenzkampf ins Spiel… oder ist das jetzt wieder im Minus gedacht?
Kein Kampf, ein Wetteifern… Beobachten Sie einmal Kinder, dieses Wetteifern ist angeboren. Im Gegensatz dazu ist ein Tier rundherum zufrieden, ein Mensch ist immer ein Stück weit unzufrieden. Tiere sind determiniert, der Mensch ist ergebnisoffen. Dadurch, dass er diese Ergebnisoffenheit hat und auch diesen Drang – wie heißt es bei Goethe: „Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst“ – damit können Sie bei jedem Menschen rechnen. Er wird seine Erfüllung suchen und die kann man auch an der Kasse bei dm finden. Fakt ist, erst in der Gemeinschaft wächst man über sich hinaus. Das Grundeinkommen braucht man, um zu leben. Für was braucht man dann noch die Arbeit? Die Arbeit braucht man, um sich zu entwickeln. Deswegen sind Biographien so interessant, dort kann man nachlesen, wie sich Menschen entwickelt haben. Tiere sterben als das, als was sie geboren worden sind. Das ist bei den Menschen anders. Wir sind Entwicklungswesen und stehen immer auf den Schultern der Gemeinschaft, nie auf den eigenen Füßen. Auf eigenen Füßen kann man – bildlich gesprochen – gar nicht stehen.

Quelle: via @trailer-ruhr.de, 27.04.2017



Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Retweeter, April 28, 2017 at 05:42PM

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