Freitag, 16. November 2018

Warum Obdachlose früher sterben

Obdach- und Wohnungslose in Hamburg sterben im Schnitt 30 Jahre früher als „normale“ Bürger: mit 49 Jahren. Ein Skandal, den eine Studie nun erneut dokumentiert. Ein Wohnungsloser in Hamburg wird im Durchschnitt nur 49 Jahre alt. „Das ist bedrückend“, sagt Nina Asseln, die diese Zahl für ihre Doktorarbeit errechnet hat. Denn „Normalbürger“ leben Statistiken zufolge [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 16, 2018 at 01:39PM

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Unterkühlung war Todesursache

Hinz&Kunzt-Verkäuferin Joanna wurde Ende Oktober bewusstlos auf einer Parkbank in Niendorf gefunden und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Nun liegt der Obduktionsbericht vor: Todesursache war Unterkühlung. Traurige Gewissheit: Die erst 43-jährige obdachlose Joanna ist an Unterkühlung gestorben. Das geht aus dem Obduktionsbericht hervor, so die Staatsanwaltschaft. Am Morgen des 28. Oktobers hatte eine Passantin [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 16, 2018 at 01:38PM

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Postkarten-Edition für Hinz&Kunzt

Ortsbesuch im Museum für Arbeit: In der Druckwerkstatt entsteht in aufwändiger Handarbeit eine Postkarten-Edition für Hinz&Kunzt – mit beweglichen Lettern. Hinz&Künztler Jan war beim Testlauf dabei. Blitzsauber ist es in der Druckwerkstatt. Das ist Pflicht. „Immer die Hände waschen, wenn man mit Blei arbeitet“, sagt Anne von Karstedt, sie ist die Chefin hier und muss [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 16, 2018 at 11:14AM

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Hartz IV bleibt: CDU sperrt sich gegen Luftschlösser der SPD

Inzwischen hat jede Partei ein Bild von der Hartz-IV-Zukunft gezeichnet. Den Anfang machte die SPD. Sie will ihr eigenes Kind auf immer verstoßen und sucht nach einer netteren Variante. Andere sprechen von einem künftigen Garantie- oder Grundeinkommen. Lediglich die CDU bleibt bei dem, was ist. Hartz IV soll nicht abgeschafft, sondern saniert werden. Weg mit den alten Strukturen, her mit […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 16, 2018 at 10:27AM

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Donnerstag, 15. November 2018

Anstieg der Stromsperren – Hartz IV Empfänger besonders betroffen

Strom scheint für viele so selbstverständlich zu sein wie das fließende Wasser aus der häuslichen Leitung. So einfach ist es doch leider mit beidem nicht. Strom kostet Geld. Die stetig steigenden Strompreise haben viele Menschen im letzten Jahr ans Äußerste gebracht. Sie konnten ihre Rechnung nicht zahlen und der Strom wurde abgestellt. 14.000 mehr Stromsperren als im Vorjahr Im letzten […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 15, 2018 at 03:52PM

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Cruisen für den guten Zweck

Eine Rallye über den Balkan mit einem Auto, das mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat. Eine Rallye, bei der die Teilnehmer Spenden für den guten Zweck einfahren. „Da sind wir dabei“, dachten sich Tanja Tralau und Lutz Peters – und sammelten für Hinz&Kunzt. 13 Tage lang waren Tanja Tralau und Lutz Peters alias „Team [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 15, 2018 at 10:06AM

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Mittwoch, 14. November 2018

Grünen-Chef Robert Habeck will Hartz IV mit neuem Garantiesystem ersetzen

Im Gegensatz zu der SPD, die momentan noch über die Zukunft des Hartz IV Systems debattiert, verfügt Grünen-Chef Robert Habeck bereits über einen konkreten Plan. In einem internen Strategiepapier erläutert er sein Vorhaben Hartz IV zukünftig durch ein neues Garantiesystem zu ersetzen.  „Erneuerung des Garantieversprechens“ Robert Habeck, Chef der Grünen, beschäftigt sich in dem Papier mit der Konkretisierung des Planes, […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 14, 2018 at 01:48PM

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Dienstag, 13. November 2018

Alles nur Heuchelei von der SPD: Was kommt nach Hartz IV?

„Wir werden Hartz IV hinter uns lassen“, verspricht SPD-Chefin Andrea Nahles. Doch was heißt das überhaupt? Wird alter Wein in neue Schläuche gefüllt? Gibt es einen echten Neuanfang oder ist der Vorstoß – mal wieder – nur Augenwischerei? Die Idee, den Sozialstaat zu überarbeiten, treibt Teile der SPD seit Jahren umher. Doch passiert ist nichts. Denn der Widerstand ist groß. […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 13, 2018 at 02:54PM

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Montag, 12. November 2018

Hartz IV Posse – Jobcenter fordert Hartz IV von 13-Jährigen zurück

Fehler von Jobcentern sind normalerweise kaum mehr eine Schlagzeile wert. Schlichtweg, weil sie an der Tagesordnung sind. Wenn nun aber ein 13-Jähriger Post vom Amt bekommt und zur Rückzahlung von Hartz IV aufgefordert wird, obwohl der Jugendliche nie Leistungsempfänger war, gehört das unzweifelhaft in die Kategorie Behördenirrsinn. Vater legt sich mit Behörde an 93,02 Euro – um diesen Betrag ging […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 12, 2018 at 04:54PM

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Freitag, 9. November 2018

9.11. für unsere Verfassungsfrage


"9.11." FÜR UNSERE VERFASSUNGSFRAGE!

Mit Stephan Harbarth ist heute (am 09.11.2018) ein neuer Vizepräsident für das Bundesverfassungsgericht nominiert.
Der Spiegel schreibt:
  • "Der 1971 geborene Harbarth ist seit 2009 Mitglied im Deutschen Bundestag und seit 2016 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als solcher koordiniert er die gesamte Rechts- und Innenpolitik für die Unionsabgeordneten und hatte damit großen Einfluss auf den Kurs der Unionsfraktion."
Darüber hinaus ist Harbarth Honorarprofessor an der juristischen Fakultät der Uni Heidelberg und Partner und Vorstandsmitglied der Wirtschaftskanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz Rechtsanwalts AG - und dort in den Sparten "Gesellschaftsrecht, Kapitalmarktrecht, Prozessführung & Schiedsverfahren, Bank- & Finanzrecht" tätig. Er ist Mitautor führender juristischer Kommentare zum GmbH-Gesetz (GmbHG) und zum Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) und erhält einen die Abgeordnetendiät übersteigenden Zusatzverdienst der "Stufe 10", d.i. mehr als 250.000 € im Jahr.
Ferdinand Kirchhof war 2010 der "Berichterstatter", d.h., der den Prozess leitende Richter des denkwürdigen Urteils des BVerfG, das die "Unverfügbarkeit des Existenzminimums" festgestellt und damit den Weg zu unserer Richtervorlage freigegeben hat.
Was aus dem Wechsel resultiert, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist, dass jetzt ein Wirtschafts- und Geldmarkt-Spezialist an die Spitze des BVerfG gelangt. Vermutlich wird auch der Zeitpunkt der Entscheidung jetzt nicht eingehalten werden.
http://grundrechte-brandbrief.de/BUKA-berichte-ereignisse-2018.htm?fbclid=IwAR0uCHNy-8CPiF0Vkp2T7P0rbuN-3PXRJ0KxwgADHX3aLpghedChuj3ACsA#2018-11-09-b




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Quelle: via @Die Wuerde des Menschen, November 09, 2018 at 10:26PM

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„Wir müssen kämpfen, für Frieden und Freiheit!“

Vor 80 Jahren setzen Nazis im ganzen Land Synagogen in Brand. Esther Bejarano hat Auschwitz überlebt – und kämpft bis heute mit beeindruckender Energie gegen alte und neue Nazis.  Esther hätte daran zerbrechen können. Sie ist gerade mal 16 Jahre alt, als sie 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt wird. Dort sieht sie, wie Mit­gefangene in [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 09, 2018 at 02:39PM

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Obdachloser greift Zeltnachbarn an

Unter zwei Obdachlosen auf der Platte an der Kennedy-Brücke ist es zu einem folgenschweren Streit gekommen. Einer der beiden kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Mehrere Rippenbrüche, ausgeschlagene Zähne und eine gebrochene Nase: Die Folgen des Angriffs auf den 47-Jährigen Obdachlosen sind heftig. Am Abend des 1. November hat ihn mutmaßlich ein gleichaltriger Obdachloser in seinem [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 09, 2018 at 12:44PM

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Vorbildlich: Jobcenter erleichtert Hartz IV Empfängern den Papierkram

Vom papierfreien Büro sind die meisten Jobcenter noch weit entfernt. Anträge und Unterlagen füllen kilometerweise Aktenordner, weil alles auf Papier eingereicht wird bzw. werden muss. Für Hartz IV Empfänger heißt: Sie müssen die Belege entweder persönlich vorbeibringen oder aber per Post einreichen. Beides ist mit Kosten verbunden. Das Jobcenter Heppenheim hat mitgedacht und bietet über eine App inzwischen den digitalen […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 09, 2018 at 10:44AM

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Donnerstag, 8. November 2018

Einsicht? SPD will Hartz IV komplett abschaffen

Wir haben bereits Anfang der Woche berichtet, dass die SPD über eine neue Reform des Sozialkonzepts nachdenkt. Diese Thematik könnte jetzt wirklich ernst werden, denn der SPD-Generalsekretär, Lars Klingbeil, hat dem Focus gegenüber geäußert, dass die SPD an einem neuen Konzept arbeite und Hartz IV abschaffen möchte. „Hartz IV ist von gestern“ Dass Hartz IV ausgedient hat, wissen Betroffene schon […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 08, 2018 at 04:41PM

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Mittwoch, 7. November 2018

800 Gäste bei der Jubiläumsfeier

Es war ein rauschendes Fest: Auf den Tag genau 25 Jahre nach Gründung von Hinz&Kunzt feierte das Straßenmagazin mit rund 800 Verkäufern, alten und neuen Kollegen, Wegbegleitern, Kooperationspartnern und Freunden – und mit Gustav-Peter Wöhler und seiner Band. 800 Gäste kamen in die Markthalle, um den Hinz&Kunzt-Geburtstag zu feiern: Ausverkauft! Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jens Ade, Chefredakteurin Birgit [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 07, 2018 at 06:48PM

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Hartz IV verstößt gegen den UNO-Sozialpakt

Alle fünf Jahre führen die Vereinten Nationen eine Prüfung aller Mitgliedsstaaten bezüglich der Einhaltung des gemeinsamen Sozialpaktes durch. In dem UNO-Abschlussbericht wird das deutsche Sozialsystem nun mächtig angeprangert. Hochkommissariat für Menschenrechte übt starke Kritik an Deutschland Der Sozialpakt „Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ befasst sich mit der Einhaltung der Gleichberechtigung von Mann und Frau, angemessenen Löhnen und […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 07, 2018 at 04:31PM

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Stadt kauft Wohnhaus, um Mieter zu schützen

Die Stadt Hamburg schlägt neue Wege zum Schutz der Mieter ein: Auf St. Pauli nutzt sie ihr Vorkaufsrecht und stoppt Luxussanierungen und mögliche Mietsteigerungen. Spekulation mit Wohnraum wird in Hamburg erschwert. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) übt erstmals sein Vorkaufsrecht für einen Altbau in der Hein-Hoyer-Straße auf St. Pauli aus. Vorausgegangen waren erfolglose Verhandlungen [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 07, 2018 at 01:28PM

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Dienstag, 6. November 2018

Erschreckend: Hartz IV Empfänger leben in immer teureren, aber kleineren Wohnungen



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Quelle: via @HartzIV.org, November 06, 2018 at 04:05PM

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„Hartz IV hat ausgedient“ – SPD plant solidarisches Grundeinkommen

Nach den Wahlschlappen werden die Wunden geleckt und geht so manchem Politiker ein Licht auf. Insbesondere bei der SPD rumort es. Und so langsam ist auch ein wenig Selbsterkenntnis spürbar. Zum Beispiel, dass man sich mit Hartz IV seinerzeit einen riesigen Mühlstein um den Hals gehängt hat. Das System habe ausgedient, heißt es jetzt. Gefordert wird stattdessen ein vollkommen neues […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 06, 2018 at 12:13PM

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Montag, 5. November 2018

Macij starb in einer Harburger Baracke

Schon wieder stirbt ein polnischer Obdachloser in Hamburg – mit nur 47 Jahren. Hinz&Kunzt fordert, dass die Stadt allen Menschen auf der Straße helfen muss. Egal, woher sie kommen. In Hamburg ist erneut ein Obdachloser ums Leben gekommen. Den 47-Jährigen Macij fanden Bekannte am Sonntagabend tot in einer Baracke auf einem alten Fabrikgelände in Harburg, [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 05, 2018 at 04:49PM

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Freitag, 2. November 2018

Unser Kochbuch ist da!

25 Jahre Hinz&Kunzt – 25 Köche, die dieses Jubiläum mit uns feiern. Kann das gut gehen? Und wie! Die Geschichte eines genialen Projekts, aus dem am Ende ein Kochbuch entstanden ist. Ideen zu haben ist bei Hinz&Kunzt immer gefährlich. Kräftezehrende Umsetzung nicht ausgeschlossen. Und so stehen wir – wir fassen es selbst nicht – am [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 02, 2018 at 04:41PM

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294 Obdachlose übernachten zum Start im Winternotprogramm

Am Donnerstag eröffneten die Großunterkünfte des Winternotprogramms mit Platz für bis zu 694 Obdachlose. Ein Shuttlebus bringt sie von Hammerbrook zur neuen Unterkunft in Lokstedt. Wenigstens ein Zweibettzimmer für den Winter, das ist Thomas einziger Wunsch. Deshalb steht der obdachlose Hinz&Künztler schon fast zwei Stunden vor Start des Winternotprogramms vor der Notunterkunft  der Stadt in [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 02, 2018 at 04:36PM

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Hartz IV Betrug: Osteuropäische Banden ziehen Jobcenter ab

Schwarze Schafe in den Reihen der Arbeitslosengeld-II-Empfänger schaden allen. Sie sorgen in der breiten Öffentlichkeit für ein völlig verzehrtes Bild der Hartz IV Wirklichkeit. Der eigentliche Skandal ist aber, dass inzwischen auch die chronisch unterbesetzten Jobcenter dazu beitragen. Denn die viel zu dünne Personaldecke macht es Banden offenbar extrem einfach, den Staat übers Ohr zu hauen. Der Schaden im vergangenen […]

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Quelle: via @HartzIV.org, November 02, 2018 at 01:19PM

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Donnerstag, 1. November 2018

BVerfG: Mündliche Verhandlung im Januar


Das BVerfG tritt jetzt in die Entscheidungsphase ein.



Am 15.01. und ggf. noch am 16.01.2019 wird im Bundesverfassungsgericht zur Verfassungsmäßigkeit der Sanktionen in Hartz IV eine "eventuell mündliche" Verhandlung stattfinden.

Wir sind sehr gespannt.

_______

P.s.: Das Urteil ergeht sicher erst später!



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Quelle: via @Die Wuerde des Menschen, November 01, 2018 at 09:41PM

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Wir werden 25 und sagen „Danke Hamburg!“

Vor einem Vierteljahrhundert erschien die erste Hinz&Kunzt. Zum Jubiläum präsentieren wir eine besonders dicke Ausgabe mit vielen Rück- und Ausblicken. Und Geschichten, die Mut machen. Nicht zu glauben, dass seit unserem Verkaufsstart am 6. November 1993 wirklich 25 Jahre vergangen sind. Ein Vierteljahrhundert! Wie zuversichtlich wir damals waren und wie optimistisch! Und ehrlich gesagt: In [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, November 01, 2018 at 12:22PM

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Dienstag, 30. Oktober 2018

Jobcenter verweigert übergewichtigem Hartz IV Betroffenem Umschulung

Nach langjähriger Erwerbslosigkeit findet ein Hartz IV Leistungsempfänger auf eigene Faust einen Job, doch das Jobcenter macht ihm beim Ausweg aus der Arbeitslosigkeit einen Strich durch die Rechnung. Ein Mann aus Finsterwalde ist bereits seit 20 Jahren auf Sozialleistungen angewiesen, hat aber seine Energie zur Jobsuche nicht verloren. Allerdings gestaltet sich diese aufgrund seines starken Übergewichts mehr als schwierig. Nachdem […]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @HartzIV.org, October 30, 2018 at 01:45PM

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Jetzt entscheidet das Los

Wer für den Winter einen Platz im Wohncontainer bekommt, hat Glück. Dieses Jahr noch mehr als sonst: Das Los entscheidet, welche Obdachlose in den kommenden Monaten die Tür hinter sich abschließen können. Schon morgens um 5 Uhr gab’s Kaffee im Zelt auf der Platte von Hinz&Künztler Thomas und seinem Freund Helmut. Der Weg von ihrem Schlafplatz [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 30, 2018 at 02:42PM

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Hartz IV Lebensmittelgutscheine – Beschämend und menschenunwürdig

Wenn man Kindern sagt, es gibt kein Eis, ist das eine erzieherische Maßnahme. Wenn man aber Erwachsenen vorschreibt, was sie kaufen dürfen, ist das schlichtweg Bevormundung. Für einige – nicht alle – Hartz-IV-Empfänger gehört das zum bitteren Alltag. Dass sie dabei, im übertragenen Sinne, auch noch die Hosen herunterlassen müssen, macht die Praxis der Lebensmittelgutscheine gewiss nicht besser. Beschämende Situation […]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @HartzIV.org, October 30, 2018 at 10:58AM

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Montag, 29. Oktober 2018

Obdachlose auf der Straße verstorben

Am Wochenende ist die erst 43-jährige Johanna auf der Straße verstorben. Die Obdachlose hatte bei Minustemperaturen die Nacht auf einer Parkbank verbracht. Möglicherweise ist Johanna die erste Kältetote in diesem Herbst. Am Sonntag ist morgens eine Obdachlose verstorben. Todesursache könnte nach Angaben der behandelnden Mediziner eine Unterkühlung sein, teilt die Pressestelle der Polizei mit. Deswegen [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 29, 2018 at 01:06PM

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Die November-Ausgabe kommt!

Unsere Jubiläumsausgabe zum 25. Geburtstag erscheint am Donnerstag, den 1. November. Der Verkauf startet um 13 Uhr. Info für alle Verkäufer: Wir sammeln die Ausweise am Mittwoch ab 11 Uhr ein. Und dieses Mal kocht Hinz&Künztler Andreaswestfälisches Hühnerfrikassee für euch. Bis dahin!

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 29, 2018 at 09:58AM

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Freitag, 26. Oktober 2018

The wonder of evolution

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#WakeUp! Ein erster Schritt aus der Krise. Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @SteveCuttsArt, October 26, 2018 at 01:51PM

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Zuwanderung ist nicht das Problem

1910 Obdachlose haben Forscher in Hamburg gezählt – wahrscheinlich sind es sogar noch Hunderte mehr. Viele stammen aus dem Ausland. Das zu betonen verschleiere die Ursachen, kritisieren Experten. Nun ist die Zahl in der Welt: 1910 Obdachlose gibt es in Hamburg, erfuhr die Öffentlichkeit in dieser Woche durch eine Senatsantwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Politikerin [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 26, 2018 at 12:20PM

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In die Armut getrieben – Mieten drücken Haushalte unter Hartz IV Niveau

Dass Hartz-IV-Empfänger nicht im Luxus schwelgen, sondern jeden Cent zweimal umdrehen müssen, ist hinlänglich bekannt. Wie schlecht es vielen Haushalten trotz Arbeit geht, rückt indes nur nach und nach ans Tageslicht. Ein aktuelles Beispiel: Laut Untersuchung des Sozialverbandes Deutschland bleibt rund einer Million Haushalten in Deutschland nach Abzug der Miete nur ein Betrag zur Verfügung, der deutlich unter Hartz-IV-Niveau liegt. […]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @HartzIV.org, October 26, 2018 at 11:46AM

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Mittwoch, 24. Oktober 2018

Kritik: Osteuropäische Obdachlose werden oft „rechtswidrig“ behandelt

Obdachlosen aus Osteuropa wird in Deutschland zu wenig geholfen. Städte und Kommunen verweigern ihnen oft die Unterbringung, kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Auch Hamburg grenzt aus. Obdachlos ist nicht gleich obdachlos: Wer als Osteuropäer in Deutschland auf der Straße landet, wird oftmals sich selbst überlassen. Übernachten in städtischen Unterkünften? Das gilt in vielen deutschen Städten und [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 24, 2018 at 02:23PM

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Ja, Nein, Vielleicht – Der Ärztliche Dienst der Bundesagentur für Arbeit und deren Gesundheitsfragebogen und Schweigepflichtentbindungserklärungen

Ein eher ruhiges, aber doch häufiges Thema ist die ärztliche Begutachtung durch die Jobcenter oder durch die Arbeitsagenturen. Gerne angewandt, wenn wiederholte Krankmeldungen, bereits eine längere Erkrankung oder eine Behinderung vorliegen. Die Bundesagentur für Arbeit tritt in diesem Fall unterstützend... Weiterlesen ›

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Altonabloggt, October 24, 2018 at 11:59AM

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Dienstag, 23. Oktober 2018

So viele Obdachlose leben auf Hamburgs Straßen

Im März haben Forscher im Auftrag des Senats Hamburger Obdachlose befragt. Mit Spannung wurde erwartet, wie viele Obdachlose sie zählen würden. Nun liegt die Zahl vor – sie ist besorgniserregend. Wieviele Obdachlose leben in Hamburg auf der Straße? Die erste Zählung nach vielen Jahren führten im März Bielefelder Forscher im Auftrag der Stadt durch. Doch [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 23, 2018 at 06:33PM

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Stießen sie einen Obdachlosen zu Boden?

Im Hamburger Hauptbahnhof gerieten Sicherheitsleute mit einem Obdachlosen aneinander. Angeblich haben sie denn Mann so sehr geschubst, dass er mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Sie selbst bestreiten das.  So wie Carola Laybourne es erzählt, wäre es ein Verbrechen. Am vergangenen Donnerstag habe sie zusammen mit weiteren Zeugen beobachtet, wie vier Mitarbeiter des Bahn-Sicherheitsdienstes [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 23, 2018 at 04:55PM

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Stillstand im Reetwerder

Auch fünf Monate nach der Räumung des Reetwerder 3 sieht die Stadt keine Möglichkeit, den andauernden Leerstand zu beenden: Das Wohnraumschutzgesetz greift angeblich nicht. Es wird gerne als scharfes Schwert im Kampf gegen Leerstand gepriesen: das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz. Im Fall Reetwerder 3 bleibt die Klinge allerdings weiter stumpf: Obwohl Eigentümerin und Vermieterin sich seit fünf [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 23, 2018 at 11:33AM

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Abgezockt

Erst müssen die Bewohner vom Reetwerder überstürzt ihre Wohnungen verlassen. Dann verweigert die Vermieterin ihnen den Zugang zu ihrem Hab und Gut – monatelang. Der Albtraum Stellen Sie sich vor: In Ihrem Mietshaus gibt es einen Schwelbrand. Polizei und Feuerwehr rücken an, entdecken blank liegende Elektroleitungen und fehlende Rettungswege und alarmieren das Bezirksamt. Das erklärt [...]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 19, 2018 at 11:21AM

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Trotz Hartz IV Rückgang – Altersarmut wird zum Flächenbrand

Angesichts der Daten des Statistischen Bundesamtes dürfte sich die Politik gebauchpinselt fühlen. Warum? Weil unter dem Strich immer weniger Menschen auf Leistungen der sozialen Mindestsicherung angewiesen sind, also auf Hartz IV und Co. Doch schaut man sich die Statistik etwas genauer an, erkannt man sofort, dass ein Problem schon jetzt gewaltige Ausmaße annimmt: die Armut im Alter. 7,6 Millionen Leistungsempfänger […]

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @HartzIV.org, October 23, 2018 at 09:37AM

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Montag, 22. Oktober 2018

Winternotprogramm startet mit 760 Plätzen

Wie in den Vorjahren öffnet am 1. November das Winternotprogramm der Stadt. Neu ist der Standort an der Kollaustraße. Altbekannt die Kritik: Wieder bleiben die Unterkünfte tagsüber geschlossen, Hunde sind verboten und das Programm ist nicht für alle Obdachlosen offen. Das Winternotprogramm für Obdachlose startet in diesem Jahr mit 760 Übernachtungsplätzen. Das sind etwa 100 [...]

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Quelle: via @Hinzundkunzt.de, October 22, 2018 at 05:59PM

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Meine Antwort an den Rechtsanwalt Rainer Haas und seinen Kollegen wegen weiterer BVG-Forderungen

Über den Affenzirkus und die Rolle des Armutstanzbärs

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Rainer Haas und Ihre Kollegen,

mit großer Freude habe ich Ihr Interesse an meiner Person in Bezug auf meine finanziellen Unzulänglichkeiten zur Kenntnis genommen. Zu meiner Verteidigung erlaube ich es mir aber Ihnen einen Entschuldigungszettel bzw. einen Link zu eben diesen zu übersenden…


Hartz IV wird kleingerechnet…
www.tagesschau.de/inland/hartz-vier-regelsatz-101.html

Ich bin zwar kein LEIDENschaftlicher Hartz-IV-Empfänger (und hyperaktiver Taugenichts) mehr, sondern wurde vorsorglich (auch zur Verhübschung der Arbeitslosenstatistik) in den Vorruhestand delegiert und erhalte eine üppige Rente in Höhe von rund 100,- (in Worten: Einhundert) Euro. Die Berechnungsgrundlage für die aufstockende Grundsicherung in Höhe von derzeit 416,- Euro monatlich, natürlich zzgl. der Miete für einen Wohnkäfig inklusive der (Warm-) Wasser- sowie die Heizkosten in einem gewissen Rahmen (wovon meine üppige Rente wiederum abgezogen wird) ist aber die gleiche. Und so lange wie ich vom Staat (dem Zentralverband der Kontrollsüchtigen*) um meine Grundrechte in Bezug auf ein würdevolles Leben betrogen werde (da steht glaube ich irgend so etwas komisches drüber drin in diesem seltsamen Grundgesetz), kann ich leider meiner Zahlungspflicht als verantwortungsvoller Bürger nicht nachkommen.
Würden Sie dagegen aber nicht nur Ihrer Bürger- sondern auch Ihrer beruflichen Pflicht nachkommen, hätten wir das Hartz-IV-Debakel bzw. Agenda-2010-Dilemma sowie die damit einhergehende und immer größer werdende Altersarmut gar nicht und sobald Sie somit Ihrer Pflicht und Schuldigkeit nachkommen, komme ich gerne auch meiner nach bzw. kann ich es erst dann überhaupt tun.

Sollten Sie aber ebenfalls an der gesellschaftlichen Schuldüberfrachtung*, auf Basis der dafür üblichen Verdrehung der Schuldfrage* und somit an dem krankhaften Irrsinn der schwarzen Pädagogik* festhalten, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung auch diesen Verfahrens, um im Affenzirkus unserer mittelalterlichen Rechtsprechung* auch weiterhin meine Rolle als Armutstanzbär zu spielen. Diesbezüglich muss ich Ihnen aber auch ganz ehrlich gestehen, dass ich mich als ehrenamtlicher Geschäftsführer der „BGE-Lobby gUG (haftungsbeschränkt) – Gesellschaft zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens“ langsam nach einem Hafturlaub sehne, um mal etwas Ruhe zu bekommen. Einen anderen (Erlebnis- oder Abenteuer-) Urlaub, kann ich mir eh schon seit vielen Jahren nicht mehr leisten.

*) Diesbezüglich möchte ich (nicht nur) Ihnen gerne den Besuch unserer Selbsthilfegruppe „Weltrettung durch Therapie“ (www.Weltrettung-durch-Therapie.de) ans Herz legen.

Alternativ freue ich mich schon jetzt, dass sich nun endlich eine verantwortungsvolle Rechtsanwaltskanzlei mit um die Beseitigung des Elends dieser Welt kümmert, wobei ich natürlich weiß, dass Sie und Ihre ehrenwerten Kollegen mit der Verwaltung von genau diesem Elend nicht nur vollauf beschäftigt sind, sondern damit auch noch gutes Geld verdienen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Michael Fielsch
Gesellschaftlicher Wenderberater(.de)


PS: Bitte nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass ich mir die Freiheit nehme, Ihre eMail sowie auch meine eMail-Antwort darauf, auf meinem internetten Blog „Der.Wendeberater.de“ zu veröffentlichen.

Weg mit der #Agenda2010

Quelle: via @Wendeberater, 22.10.2018

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Sonntag, 21. Oktober 2018

5. Hinweise und Empfehlungen für die Praxis [BSV-Forschungsbericht 8/18 «Beruflich-soziale Eingliederung aus Perspektive von IV-Versicherten»]

Die Untersuchung «Beruflich-soziale Eingliederung aus Perspektive von IV-Versicherten» hat eine fast unüberschaubare Fülle von Daten und Auswertungen hervorgebracht, die in den vorangehenden Artikeln nur auszugsweise dargestellt werden konnten. Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich die Empfänger/innen von Eingliederungsmassnahmen deutlich von der Allgemeinbevölkerung unterscheiden. Nicht nur ihr gesundheitliches Befinden ist sehr viel schlechter, sie sind auch in diversen Lebensbereichen deutlich eingeschränkt und empfinden eine stark verringerte Lebensqualität gegenüber der Allgemeinbevölkerung.

Die krankheitsbedingten, biografischen und persönlichen Voraussetzungen, welche die versicherten Personen mitbringen, sind für die Eingliederung sehr relevant. Diese Faktoren sollten künftig noch präziser abgeklärt werden, da genau auf die Fähigkeiten und Defizite der versicherten Person ausgerichtete Massnahmen erfolgreicher sind als 0815-Programme. Besonders für psychisch Kranke sollten noch vermehrt Kompensationmöglichkeiten und Arbeitsanpassungen eruiert werden, die es ihnen erlauben, trotz ihrer Erkrankung zumindest teilweise im ersten Arbeitsmarkt tätig bleiben zu können. Dies nicht einfach aus «Spargründen» seitens der Invalidenversicherung, sondern vor allem deshalb, weil Erwerbstätigkeit viele Bedürfnisse erfüllt, die im direkten Zusammenhang mit der wahrgenommenen Lebensqualität stehen – beispielsweise Kompetenzerleben, gebraucht werden, soziale Kontakte, Anerkennung und Sinnhaftigkeit. Nicht mehr arbeiten zu können wird von den meisten Betroffenen als grosser Verlust empfunden.

Obwohl die versicherte Person im Zentrum steht, spielt auch das Verhalten der anderen Akteure eine wichtige Rolle, ob eine Eingliederung erfolgreich verläuft oder nicht. Die Autoren der Studie schlagen deshalb vor, dass die Mitwirkungspflicht – die bisher nur für die versicherte Person gilt – auch auf Ärzt/innen und Arbeitgebende ausgeweitet werden soll.

Im Folgenden eine Zusammenfassung von Erkenntnissen und Hinweisen, die speziell für die Praxis relevant sind – aufgeteilt nach Akteuren und Themen. Sowohl aus der schriftlichen Befragung als auch den persönlichen Interviews. Hauptsächlich Auszüge aus den Empfehlungen der Studienautoren (meist paraphrasiert, zusammengefasst oder als Zitate wiedergegeben) und teils auch eigene Anmerkungen.


VERSICHERTE PERSON


Krankheit und Behinderung


Bei Versicherten mit einem psychischen oder muskoskelettalen IV-Code bestehen oft sowohl psychische als auch somatische Beschwerden, die sich in vielfältigen – ebenfalls psychischen wie somatischen – Funktionseinschränkungen äussern. Die häufig in der Rehabilitationspraxis anzutreffende Einstellung, dass für die Eingliederung vor allem die «Fähigkeiten» und Potentiale» zählen, werden durch die vorliegenden Resultate widerlegt. Die Beschwerden und Funktionsdefizite sind nicht nur sehr relevant, ob eine Eingliederung gelingt oder nicht…

sondern hängen eng mit sämtlichen hier erhobenen Indikatoren der Lebenssituation und Lebensqualität der Befragten zusammen: Der sozialen Lebenssituation, der Alltagsbeeinträchtigung, der Zufriedenheit, den Wünschen, Hoffnungen und Lebensperspektiven, dem Leiden unter gesellschaftlichen Reaktionen, den Erfahrungen mit dem IV-Eingliederungsprozess etc. Vereinfacht gesagt lässt sich die Situation der Befragten nicht verstehen und lässt sich auch keine fundierte Eingliederungsplanung vornehmen, solange man Krankheit und subjektives Leiden ausblendet.


Biografie


Arbeitsprobleme mit überdauernden Problemmustern lassen sich nicht selten auf frühe biografische Belastungen zurückführen. Typischerweise weisen zwanghafte oder rigide Patienten häufig eine frühe Biografie mit einem übermässig strengen, strafenden Erziehungsstil auf – und Patienten mit einem konflikthaften Muster haben oft selbst früh Konflikte, Gewalt und Vernachlässigung erlebt (Baer et al., 2017). Die in der Studie befragten Versicherten sind überdurchschnittlich stark biografisch belastet.

Auch die Resultate zur Arbeitsbiografie weisen mit häufigen Kündigungen, Konflikten am Arbeitsplatz und Mobbingerfahrungen ect. auf bereits länger andauernde Problematiken hin, die bei der Eingliederungsplanung erfasst und thematisiert werden sollten. Beispielsweise: An welchem Arbeitsplatz und unter welchen Umständen ging es besser oder schlechter?


Finanzielle Situation


Die Befragung hat aufgezeigt, dass viele Versicherte sowohl vor, während als auch nach Eingliederungsmassnahmen auf unterschiedliche Finanzierungsquellen (IV-Rente/Taggeld, Erwerbseinkommen, Arbeitslosenunterstützung, Sozialhilfe, private Unterstützung ect.) angewiesen sind. Langdauernde Abklärungen der Sicherungssysteme und dadurch entstehende finanzielle Probleme während einer Erkrankung können den Genesungsprozess und die Eingliederung drastisch behindern und teilweise gar verunmöglichen. Der Psychiater Thomas Ihde (Leiter der Psychiatrischen Dienste der Spitäler Frutigen/Meiringen/Interlaken und Präsident der Stiftung Pro Mente Sana) sagte dazu in der Zeitschrift für Sozialhilfe ZESO 2/18:

Zu uns kommen viele mit psychischen Belastungen, die behandelbar wären. Doch dann sind die Leute über zwei Jahre lang mit Existenzsicherung beschäftigt. So kann niemand gesunden. Ich sehe immer mehr verzögerte Krankheitsverläufe. Die Arbeitsmarktfähigkeit schwindet, Chronifizierung und Ausgrenzung drohen. Der Zugang zu den sozialen Sicherungssystemen ist für psychisch Kranke so schwierig geworden, dass wir sie hier bei uns auffangen müssen.

Auch wenn die IV beispielsweise nicht für «Schuldenberatung» zuständig ist, sollte ggf. die finanzielle Situation thematisiert werden, da sie den Eingliederungsprozess negativ beeinflussen kann.


Soziales Umfeld


Die Mehrheit der Versicherten ist trotz ihrer gesundheitlichen Probleme sozial einigermassen gut eingebettet. Teilweise wird allerdings die Beziehungsfähigkeit durch die Art der Behinderung beeinträchtigt. Versicherte mit Antriebsproblemen, Ängsten und emotionaler Instabilität sowie Impulsivität vermissen besonders häufig eine Vertrauensperson. Dies ist relevant, weil Beziehungen während der Erkrankung und im Eingliederungsprozess eine sehr wichtige Ressource darstellen. In den Interviews wird häufig erwähnt, wie wichtig die Unterstützung durch das nahe Umfeld ist – und auch wie gross demnach die Angst ist, dass der/die Partner/in die gesundheitlich/beruflich schwierige Situation nicht mehr aushalten könnte.

Obwohl viele Versicherte im nahen Umfeld auf eine gewisse Unterstützung zählen können, leiden nicht wenige auch unter negativen sozialen Reaktionen (Distanzierung und Unverständnis der Umgebung), unter Geheimnisdruck (die Krankheit verstecken zu müssen), unter dem fehlenden Gefühl der gesellschaftlichen Zugehörigkeit wie auch unter der öffentlichen Diskussion über missbräuchlichen Bezug von Sozialleistungen.


Persönlichkeit


Persönlichkeitsstörungen sind die mit Abstand häufigste rentenbegründende Diagnose bei Versicherten mit «psychogenen und milieureaktiven Störungen» (IV-Code 646). Personen mit Persönlichkeitsstörungen können durchaus «leistungsfähig» sein, gelten aber aufgrund ihrer teils schlecht regulierbaren Emotionen, starren Verhaltensmustern und Auffälligkeiten im zwischenmenschlichen Bereich oft als «Schwierige Mitarbeiter» (Baer  et al., 2011). Die vorliegende Studie zeigt, dass Persönlichkeitszüge wie mangelnde Flexibilität, Instabilität und Impulsivität die Chancen auf beruflichen Erfolg deutlich mindern. (Die von Arbeitskolleg/innen oft noch weniger geschätzten Auswirkungen – beispielsweise einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung – konnte man nicht gut abfragen, da die Betroffenen selbst kaum zugeben würden, dass sie nicht sonderlich kritikfähig sind oder Ideen/Inputs ihrer Kolleg/innen als eigene ausgeben ohne deren Mitarbeit überhaupt zu erwähnen ect.)

Da Persönlichkeitszüge Einfluss auf den Eingliederungsprozess haben, empfehlen die Studienautoren neben den Funktionseinschränkungen auch die Persönlichkeit der Versicherten – respektive deren spezifische Persönlichkeitsakzentuierungen – zu beachten, auch bei Versicherten mit somatischen Erkrankungen.


Emotionen


IV-Fachpersonen wie auch die IV-Stellen als solche müssen sich bewusst sein, dass der Erstkontakt für die Versicherten ein schwieriger Moment ist: Sie sind gesundheitlich belastet, haben keine Arbeit mehr oder Probleme am Arbeitsplatz, erleben die IV-Anmeldung als Scheitern und fühlen sich ausgeliefert – was verstärkt wird dadurch, dass sie meist schon eine geringe Kontrollüberzeugung (ihr Leben nicht selbst steuern zu können) mitbringen.

Zu Beginn des IV-Eingliederungsprozesses sind 80% der Versicherten optimistisch, dass ihnen die IV-Massnahmen beruflich helfen werden. Da positive Erwartungen ein wichtiger Faktor für das Gelingen von Massnahmen sein können, besteht damit sehr häufig eine gute Ausgangslage. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass nach den Massnahmen zwei Drittel der Versicherten nicht erfolgreich integriert sind. Hier besteht deshalb ein sehr grosses Potential für Enttäuschungen und Frustration etc.

Wichtig ist zudem, dass die häufig bestehenden Ängste der Versicherten bei Beratungsbeginn rasch angesprochen werden, weil sie ansonsten im Eingliederungsprozess infolge des Vermeidungsverhaltens zu einer grossen Barriere werden können. Weil die Versicherten oft nicht selbst über ihre Befürchtungen berichten, müssen diese von den IV-Beratungspersonen aktiv thematisiert werden. Sind die Ängste einmal bekannt, kann man gemeinsam (auch mit den Behandelnden) besprechen, welche Anpassungen die Ängste reduzieren können.


Verarbeitungsprozess


Die IV-Anmeldung konfrontiert die Versicherten meist mit ihrem beruflichen Werdegang, mit bisher (Un)Erreichtem und oft auch mit dem, was künftig krankheitsbedingt nicht mehr erreichbar sein wird. Diese Auseinandersetzung mit der eigenen Beeinträchtigung, den Potentialen und Perspektiven ist Teil der – für einen Eingliederungserfolg oft nötigen – Krankheitsverarbeitung, die manchmal besser und manchmal weniger gut gelingt und viel Energie absorbiert.

Die Anpassungsleistung an eine neue Lebenssituation braucht Zeit und verläuft nicht bei allem Versicherten gleich. Manche Betroffene wollen ihre Einschränkungen nicht wahrhaben und überfordern sich, andere sind traurig oder wütend über den Verlust ihrer Gesundheit oder weil sie eine berufliche Tätigkeit aufgeben müssen, die sie gerne gemacht haben. Der Weg zur Akzeptanz ist ein anspruchsvoller innerer Prozess, der – im Idealfall – parallel zur Eingliederung verläuft:

IV-Stellen, Durchführungsstellen und Ärzte sollten sich bewusst sein, dass Eingliederung letztlich nicht gelingen kann, wenn vereinfacht gesagt der äussere Prozess in eine andere Richtung steuert als der innere.


«Arbeitswille»


Der „Arbeitswille“ kann ein Persönlichkeitsmerkmal sein, aber auch davon abhängen, ob eine Person überhaupt noch eine Perspektive sieht, ob sie noch Hoffnung auf Eingliederung hat und ob sie sich selbst trotz der Erfahrung von Krankheit, Behinderung und allenfalls Ausgliederung (noch) als nützliche und kompetente Person erlebt. Motivation, Hoffnung, Selbstvertrauen und Perspektive sind nur schwer voneinander zu trennen. Und hier berichten eben nicht wenige Versicherte, dass sich ihr Selbstvertrauen unter wiederholtem Scheitern bei der Arbeit oder unter längerer Arbeitslosigkeit, unter der sozialen Isolation etc. deutlich verringert hat. Auch hier kommt wiederum die zentrale Rolle der IV-Fachperson zur Sprache: IV-Berater/innen können viel bewirken, wenn sie mit (realistischer) Zuversicht den Versicherten Mut machen, sie bestätigen, ihnen etwas zutrauen.

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Zwischendurch eine stark vereinfachte Skizze der wichtigsten Faktoren und Akteure bei einer Eingliederung (nicht aus der Studie, eigene Darstellung, Vergrössern durch Anklicken):

Wer meine Zusammenstellung für eine Präsentation oder Ähnliches nutzen möchte (ohne Wasserzeichen, ggf. auch mit individuellen Anpassungen), bitte Mail an: ivinfo-ät-bluewin-punkt-ch


INVALIDENVERSICHERUNG


IV-Berater/in


Die Versicherten melden sich mit ambivalenten Gefühlen bei der IV an. Umso wichtiger ist, dass sich die Mehrheit von der IV-Beratungsperson kompetent beraten und engagiert betreut fühlten. Speziell bestätigen auch die Interviews die Erkenntnisse aus der schriftlichen Befragung, dass die Beziehung zur IV-Beratungsperson entscheidend war. Als besonders hilfreich wurde erlebt, wenn der IV-Berater sich Zeit nahm für persönliche Gespräche, wenn er individuell und personzentriert vorging statt schematisch, wenn er Interesse zeigte an der Person und den Lebensumständen der Versicherten statt nur am Eingliederungsresultat und wenn die Eingliederungsmassnahmen partizipativ mit den Versicherten entwickelte. Und schliesslich war er sehr hilfreich, wenn er zuversichtlich war und den Versicherten etwas zutraute und ihnen damit Selbstvertrauen gab. Dies schliesst ein, dass der IV-Berater eine einmal definierte Planung dann auch durchzieht trotz Krisen und beispielsweise den Lead übernimmt in Round-table Gesprächen mit anderen Akteuren.


Eingliederungseinrichtung


Durchführungsstellen von IV-Massnahmen sollten ihre Massnahmen spezifisch auf den Bedarf der Versicherten ausrichten und in der Lage sein, die Versicherten während der Massnahme spezifisch zu fördern. Dazu müssen Betreuende in arbeitsrehabilitativen Einrichtungen hinreichend geschult sein im Bezug auf wesentliche psychiatrische Symptome respektive Funktionsdefizite sowie in Bezug auf spezifische Kompensationsmöglichkeiten:

Die gesundheitliche Situation und ihre Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit müssen in der Eingliederung bekannt sein, auch in der arbeitsrehabilitativen Durchführungsstelle. Das bedeutet wiederum, dass mit den behandelnden Ärzten respektive IV-intern mit dem Regional-Ärztlichen Dienst gut zusammengearbeitet werden muss. Gerade bei Versicherten mit schwerer einschätzbaren psychischen Problemen braucht es dafür ebenfalls eine fundierte Instruktion inklusive relevanter medizinischer Informationen beispielsweise bezüglich Zumutbarkeit (was und wieviel darf man fordern?).


Regionale ärztliche Dienste (RAD)


Den RAD wird von einigen Gesprächspartner/innen zugetraut, dass sie eigentlich die Spezialisten für die Zusammenhänge von Krankheit und Arbeit seien – dass aber gerade von dieser Seite eine eingehende medizinisch-rehabilitative und persönliche Abklärung vermisst wurde. Auch dies ist ein nachvollziehbarer und interessanter Aspekt, der darauf hinweist, dass in einem verstärkten (und auch für die Versicherten sichtbaren) Einbezug der RAD in die Massnahmeplanung ein grosses Potential liegen könnte.


Wartezeiten


In den Interviews wird häufig darauf hingewiesen, dass lange Wartezeiten auf IV-Entscheide als sehr entmutigend erlebt werden:

Weiter sollten Massnahmen ergriffen werden, um die teils unvermeidbaren Wartezeiten zu erleichtern, zum Beispiel durch regelmässige proaktive Kontaktaufnahme durch die IV-Beratenden. Längere Wartezeiten ohne Kontakte werden als sehr belastend empfunden und verstärken das Gefühl der Ohnmacht.


Druck


Viele, wenn nicht die meisten Versicherten, wünschen sich eine Erwerbstätigkeit und damit auch ‚Normalität‘ und Zugehörigkeit. Die IV wie auch die Anbieter von Eingliederungsmassnahmen unterstützen diese Hoffnungen. Dies ist auf der einen Seite notwendig (die IV hat den Auftrag ‚Eingliederung vor Rente‘, zudem ist eine gewisse Zuversicht hinsichtlich erfolgreicher Eingliederung wie erwähnt wesentlich). Auf der anderen Seite riskieren die Versicherten zu scheitern. Die Kombination von häufig starkem Normalitätswunsch, gut gemeinten Hilfen und Erwartungen von Professionellen, und Beeinträchtigungen kann aber auch viel Druck erzeugen, der zu Dekompensation, Massnahmenabbruch oder letztlich zu Enttäuschung und Resignation führen kann.


Schädliche Massnahmen


Eingliederungsmassnahmen können auch als nutzlos erlebt werden oder sich gar negativ auf den Gesundheitszustand auswirken:

Je beeinträchtigter die Versicherten, desto häufiger wurde die Massnahme als schädlich erlebt – die Art des Gebrechens (muskuloskelettal oder psychisch) macht diesbezüglich keinen Unterschied. Was hingegen einen Unterschied macht, ist die Kooperation unter den Akteuren (IV-Stelle, Arzt, Arbeitgeber etc.): Wo es zu gemeinsamen Gesprächen gekommen ist, berichten nur halb so viele Versicherte über nutzlose respektive gesundheitsschädigende Massnahmen wie in Eingliederungsprozessen, in deren Verläufen es nie zu einem Austausch kam.


Sichtweisen von Versicherten und IV-Mitarbeitenden decken sich


Die dargestellten Aussagen der Gesprächspartner/innen zur IV decken sich ziemlich genau mit den Resultaten der Untersuchung von Guggisberg et al. (Evaluation der Eingliederung und der eingliederungsorientierten Rentenrevision der Invalidenversicherung, 2015) in der die Fachpersonen der IV-Stellen befragt wurden. Zur Frage, welchen Beitrag die IV-Stellen leisten können, damit der Eingliederungsprozess gelingt, wurden unter anderem folgende Punkte genannt:

Die Gefahr einer Dekompensation als Reaktion auf IV-Eingliederungsmassnahmen und die entsprechende Unsicherheit der IV-Fachpersonen, welche Schritte fördern respektive überfordern; der Mut zu unbürokratischen Lösungen und in Bezug auf den Umgang der IV-Fachpersonen mit den Versicherten: Transparenz schaffen (also Unklarheiten minimieren und Optionen besprechen); motivieren und Ängste abbauen; die Bedeutung der „Chemie“ zwischen Versicherten und Eingliederungsfachpersonen; Zeit lassen; ressourcenorientiertes und partizipatives Vorgehen; Wahl der individuell geeigneten Massnahme und präsent sein, das heisst, die Versicherten eng zu begleiten, als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Und schliesslich: „Ausdauer zeigen und an den Erfolg glauben“.

Damit nehmen die IV-Fachpersonen insgesamt genau dieselben Punkte als wesentlich wahr wie die Versicherten selbst. Diese Übereinstimmung ist an sich schon ein wichtiges und nicht selbstverständliches Resultat, weist es doch darauf hin, dass die IV-Fachpersonen gesamthaft adäquat wahrnehmen, wie es den Versicherten geht.


BEHANDLUNG


Ärztin/Therapeutin


Die behandelnden Ärzte oder Therapeuten sind für die Versicherten sehr wichtig:

zum einen wegen der therapeutischen Unterstützung und zum anderen auch hinsichtlich ihres Engagements zugunsten des Eingliederungsprozesses. Die Behandlung respektive Psychotherapie kann den „inneren Prozess“ unterstützen, also die Verarbeitung der Krankheit und deren Folgen sowie den Aufbau eines neuen Selbstverständnisses.

Als hilfreich wurde darüber hinaus aber auch mehrmals genannt, dass die Behandlungsperson sich interessiert und aktiv am Eingliederungsprozess beteiligt hat, an Round-tables mit der IV etc. teilgenommen oder die einzelnen Massnahmeschritte jeweils mit dem Versicherten besprochen hat. Umgekehrt wird ein allfälliges Desinteresse und Unverständnis der Behandlungsperson betreffend Eingliederungsprozess als negativ erlebt.

Der Zusammenhang von gesundheitsschädigenden Effekten und Kooperation sollte noch genauer untersucht werden. Bestätigt sich dieser Zusammenhang, sollte angesichts der Relevanz der Thematik über Anreize für Ärzte zur Kooperation im Eingliederungsprozess respektive über Sanktionen bei systematischer Verweigerung einer Zusammenarbeit diskutiert werden.


Medikamente/Nebenwirkungen


Über die Hälfte der Versicherten nimmt täglich mindestens ein Medikament ein, am häufigsten Antidepressiva. Mit zunehmender Polypharmazie steigen auch die Nebenwirkungen, die ihrerseits die Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen können.


ARBEITSPLATZ


Arbeitgeber


In Bezug auf das Engagement des Arbeitgebers werden von den Versicherten mehrfach zwei Aspekte genannt: Die Bereitschaft respektive Flexibilität des Arbeitgebers, die behinderungsbedingt nötigen Arbeitsanpassungen vorzunehmen und auf die Vorschläge und Angebote der IV einzugehen. Dies ist auch insofern interessant als sich „Flexibilität“ der Versicherten in der vorliegenden Untersuchung als wesentlicher Faktor für den beruflichen Eingliederungserfolg erweist. Diese Aussagen weisen darauf hin, dass es auch im Arbeitsumfeld Flexibilität braucht. Der zweite wichtige Punkt ist die Bereitschaft des Arbeitgebers, den Versicherten trotz Problemen im Betrieb zu halten – und nicht nur in der Hoffnung, es gebe künftig keine Probleme mehr. Dieser Hinweis ist bedeutsam, weil es sich bei den hier untersuchten Beeinträchtigungen oft um wiederkehrende oder anhaltende Zustände handelt. Wahrscheinlich ist diese Akzeptanz der Probleme nicht nur entlastend für die Versicherten, sondern auch eine Bedingung für einen nachhaltigen Verbleib am Arbeitsplatz. (…) Und schliesslich wird hervorgehoben, dass es sehr hilfreich sein kann, wenn der Versicherte am Arbeitsplatz transparent ist, was seine Beeinträchtigung betrifft. Diese Transparenz sei die Voraussetzung für eine gute Unterstützung durch die Arbeitsumgebung gewesen.


Bestehender Arbeitsplatz


Frühinterventionsmassnahmen sind besonders erfolgreich, weil oft noch ein Arbeitsplatz vorhanden ist. Allerdings melden Arbeitgeber Mitarbeitende mit psychischen Problemen nach wie vor selten bei der IV:

Zudem wären angesichts der grossen Bedeutung rechtzeitiger Intervention auch finanzielle Anreize für Arbeitgeber zu diskutieren respektive Sanktionen (Beteiligung der Unternehmen an den Rentenkosten, Sanktionen im Einzelfall bei fehlender Wahrnehmung der Fürsorgepflicht, wenn zum Beispiel bei einem bekanntermassen kranken oder auffälligen Mitarbeiter über lange Zeit keine Hilfe beigezogen wurde etc.).

In den Interviews wurde mehrmals erwähnt, wie hilfreich es war, dass die Arbeitsstelle über die Phase der Arbeitsunfähigkeit hinweg noch bestand – und zwar auch im Bezug auf das Selbstverständnis der Versicherten:

Solange die Stelle noch vorhanden ist, ist auch die Identität der Versicherten eine andere (‚berufstätig‘, ‚im Arbeitsmarkt‘) als wenn dies nicht mehr der Fall ist. Auch der Kontakt mit der IV hat dann möglicherweise einen etwas anderen Stellenwert, man ist nicht ‚nur‘ Versicherter und existentiell einer Behörde ‚ausgeliefert‘, sondern man ist nach wie vor erwerbstätig und erhält spezifische Unterstützung.


ROUND TABLE


In den Interviews wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass eine gute gegenseitige Abstimmung und Kooperation zwischen IV, Behandlungsperson und Arbeitgeber Sicherheit gegeben habe, respektive dass eine fehlende Kommunikation unter den Beteiligten zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und zu gesundheitlicher Verschlechterung geführt habe.

Ein fundiertes, interdisziplinäres und gemeinsam mit den Behandelnden und weiteren wichtigen Akteuren (Arbeitgeber) durchgeführtes Assessment vor der Interventionsplanung ist Voraussetzung für spezifische Interventionen und sollte Standard sein.

Beim Round Table soll die IV-Beraterin den Lead übernehmen. U.a. soll auch vereinbart werden, wie mit Krisen im Eingliederungsverlauf umzugehen ist. (z.B. keine Krankschreibung ohne Absprache von Seiten der behandelnden Ärztin)


UNTERSTÜTZUNG UND BEZIEHUNGEN


Wie ein roter Faden zieht sich ein Thema konstant durch die ganze Befragung: Die grosse, oft geradezu existenzielle Bedeutung von unterstützenden Beziehungen während einer für die Versicherten oft schwierigen Lebensphase. Sei es, dass betont wird, wie sehr geschätzt wird, dass die Partnerin trotz allem zu einem hält, wie ermutigend die Zuversicht des IV-Beraters war, wie tragend der Rückhalt durch die Therapeutin oder wie wichtig das Verständnis des Arbeitgebers.

Kurz: Alleine kann es niemand schaffen. Die schottische Kampagne «See me» hat das vor einigen Jahren auf Plakaten sehr schön auf den Punkt gebracht:

Baer, Niklas; Frick, Ulrich; Besse, Christine; Cuonz, Neisa; Matt, Michael (2018): Beruflich-soziale Eingliederung aus Perspektive von IV-Versicherten. Erfolgsfaktoren, Verlauf und Zufriedenheit; [Bern: BSV].

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Marie Baumann war Mitglied der Begleitgruppe der vorgestellten Studie. Die Begleitgruppe definiert die ungefähre Ausrichtung der Studie, entscheidet im Rahmen eines Auswahlverfahrens, welches Forschungsteam den Forschungsauftrag ausführt und begleitet mit Ideen, Anregungen und Kritik.
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Zugehörige Artikelserie:
1. Einführung und Studiendesign
2. Erkrankung und Behinderung
3. Biografie und soziale Situation
4. Eingliederung und finanzielle Situation



Weg mit der #behoerdenwillkuer und dem #ivdebakel

Quelle: via @ IVInfo, October 21, 2018 at 03:50PM

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